Heilmittelbericht 2017: Frauen häufiger in physiotherapeutischer Behandlung als Männer (FOTO)

2017-12-19T10:05:00+0100

Berlin (ots) –

Rund 4,5 Millionen AOK-Versicherte haben 2016 eine Physiotherapie
erhalten. Dabei liegt die Behandlungsrate der Frauen deutlich über
der der Männer: 21,4 Prozent der AOK-versicherten Frauen nutzten eine
Physiotherapie, aber nur 13,4 Prozent der Männer, wie der aktuelle
Heilmittelbericht 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK
(WIdO) zeigt. „Frauen haben zwar objektiv eine höhere Lebenserwartung
als Männer, sie schätzen ihren Gesundheitszustand aber subjektiv
schlechter ein, gehen häufiger zum Arzt und nehmen auch
Physiotherapien entsprechend öfter in Anspruch, und zwar über alle
Altersgruppen hinweg“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender
Geschäftsführer des WIdO.

GKV-weit haben die an der vertragsärztlichen Versorgung
teilnehmenden Ärzte im vergangenen Jahr 44 Millionen Verordnungen für
Heilmitteltherapien ausgestellt, davon 15,8 Millionen an
AOK-Versicherte. Von den 5,06 Millionen AOK-Versicherten, die 2016
eine Heilmitteltherapie verordnet bekamen, wurden gut 88 Prozent mit
einer Physiotherapie behandelt. Das sind 17,5 Prozent der
AOK-Versicherten. Sprachtherapie (6 Prozent), Ergotherapie (6,6
Prozent) oder podologische Behandlung (7,4 Prozent) konzentrieren
sich sehr stark auf wenige Altersgruppen und haben damit einen
geringeren Verbreitungsgrad, wenn alle Versicherten betrachtet
werden.

Nicht ganz zwei Drittel der AOK-Heilmittelpatienten mit
Physiotherapie waren weiblich (63 Prozent). In diesem Bereich zeigt
sich der deutlichste Unterschied zwischen den Geschlechtern in der
Gruppe der 50- bis 54-Jährigen: Während 28,6 Prozent der Frauen
physiotherapeutisch versorgt wurden, waren es bei den Männern nur 17
Prozent.

„Für die zwischen den Geschlechtern unterschiedliche
Inanspruchnahme von Heilmitteltherapien spielen unter anderem
biologische Faktoren, unterschiedliche Gesundheitskonzepte und
Unterschiede im Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen eine
Rolle. Aber auch psychosoziale Einflussfaktoren sowie
geschlechtsspezifische Lebenslagen können mit dafür verantwortlich
gemacht werden“, so Helmut Schröder.

Die mit großem Abstand häufigste Diagnose bei einer
physiotherapeutischen Verordnung waren 2016 unspezifische
Rückenschmerzen. Bei fast jedem dritten physiotherapeutischen
Patienten (31,5 Prozent) waren sie der Anlass für eine Behandlung.
Dazu kommen weitere 7,8 Prozent der Physiotherapiepatienten mit der
Diagnose „Sonstige Krankheiten der Wirbelsäule“. Behandelt wird im
Rahmen der Physiotherapie am häufigsten mit Krankengymnastik sowie
Manueller Therapie.

Für den Heilmittelbericht 2017 hat das Wissenschaftliche Institut
der AOK (WIdO) die über 37,4 Millionen Heilmittelrezepte analysiert,
die im Jahr 2016 für die rund 71,4 Millionen GKV-Versicherten
ausgestellt wurden.

Hinweis an die Redaktionen: Den vollständigen Bericht finden Sie
online auf http://www.wido.de/heilmittel_2017.html.

Pressekontakt:
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
Christine Göpner-Reinecke
Tel.: 030/34646-2298
Fax.: 030/34646-332298
E-Mail: presse@wido.bv.aok.de

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