Von Athen lernen? – „ttt“ auf der documenta 14 in Kassel Am Sonntag, 11. Juni 2017, um 23.35 Uhr

2017-06-08T16:35:59+0200

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München (ots) – Sie ist eine der weltweit bedeutendsten
Ausstellungen für zeitgenössische Kunst – die documenta in Kassel.
„ttt – titel, thesen, temperamente“ widmet sich der Kunstschau in
einer 45-minütigen Extraausgabe.

Seit 1955 findet sie alle fünf Jahre statt – für jeweils 100 Tage.
Für die 14. documenta (d14), die ab dem 10. Juni in Kassel zu sehen
ist, hat sich der diesjährige Leiter Adam Szymczyk einen besonderen
Scoop ausgedacht. Unter dem Motto „Von Athen lernen“ wird die Schau
diesmal neben Kassel auch in der griechischen Hauptstadt präsentiert:
Der erste Teil der Groß-Kunstschau wurde dort bereits am 8. April
eröffnet. Für Adam Szymczyk ist das ein solidarischer Akt, denn
Athen, die Wiege der Demokratie, ist heute Inbegriff für die
EU-Schuldenkrise und Zufluchtsort unzähliger Geflüchteter.

Flucht, Vertreibung und Verfolgung sind somit die Themen vieler
documenta-Werke, von denen manche Bezüge zu Griechenland aufweisen –
so auch den spektakulären „Parthenon der Bücher“ auf dem
Friedrichsplatz, gebaut nach dem Vorbild des Tempels auf der Athener
Akropolis: ein riesiges, mit ehemals oder immer noch verbotenen
Büchern behängtes Drahtgerüst, die weltweit von Bürgern gespendet
wurden und werden. Ohne Bücher keine Demokratie. Die argentinische
Künstlerin Marta Minujín setzt damit ein monumentales Zeichen gegen
Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern.

Überhaupt ist die documenta 14 im nordhessischen Kassel – anders
als in der Millionenstadt Athen – kaum zu übersehen. Viele
öffentliche Museen sind beteiligt, zudem dienen Plätze und Parks als
Ausstellungsorte für über 150 internationale Künstlerinnen und
Künstler. Vor der documenta-Halle ist etwa die Installation des im
Irak geborenen Künstlers Hiwa K zu sehen, der mit Hilfe von
Studierenden in Kassel aus 20 Abwasserrohren ein beeindruckendes
Objekt geschaffen hat – inspiriert durch Freunde, die während ihrer
Flucht in der griechischen Hafenstadt Patras über Wochen in solchen
Röhren gelebt haben.

Adam Szymczyk hat auf der „d14“ weitgehend auf große Namen
verzichtet und viele unbekannte Künstlerinnen und Künstler
eingeladen. Man wolle zeigen, dass wichtige Kunst nicht nur in
Metropolen wie New York oder Berlin, sondern auch in der „Peripherie“
entstehe.

Die documenta 14 – sie ist insgesamt sehr politisch mit Themen wie
„Migration“, „Kolonialismus“ bis hin zu „Rückgabe von Beutekunst“.
Adam Szymczyk ist mit einem hohen ideellen Anspruch gestartet, doch
hält diese Weltschau der zeitgenössischen Kunst, was sie verspricht?
Von Athen lernen? Welche Anstöße gibt uns die Kunst in Zeiten der
Eurokrise und des grassierenden Populismus? Und: Wie viel Politik
verträgt die Kunst?

„ttt“ befragt dazu Künstlerinnen und Künstler wie Ahlam Shibli,
Emeka Ogboh und Miriam Cahn, und „ttt“-Moderatorin Evelyn Fischer
führt zu den beeindruckendsten documenta-Orten, wo sie nicht nur auf
politische, sondern auch auf trinkbare Kunst stößt …

Die Themen der Sendung im Einzelnen:

„Armee der wunderschönen Frauen“ – Irena Haiduks Kunst-Unternehmen
„Jugoexport“: „ttt“ trifft die „Armee der wunderschönen Frauen“ und
Irene Haiduk in Athen und Kassel. Mit ihrem „Kunst-Unternehmen“
verfolgt die Künstlerin besonders ein Ziel, das sie in Krisen jeder
Art für wichtig hält: „Wir sollten nicht hoffen, sondern etwas tun!
Wir müssen uns selbst befreien, uns aufrichten – und uns nach vorne
bewegen!“

Von Vertriebenen und Gastarbeitern – Die fotografischen Reportagen
von Ahlam Shibli: „ttt“ hat Ahlam Shibli, die sich selbst und ihre
Arbeit immer wieder in Frage stellt, gefragt, warum sie in ganz
verschiedenen Gemeinschaften immer wieder den verschiedenen Formen
des „Sich-Zuhause-Fühlens“ nachspürt.

Perspektivwechsel – Hiwa K lässt Besucher in die Röhre schauen:
„ttt“ trifft Hiwa K, der sich selbst weniger als politischer Künstler
denn als Geschichtenerzähler versteht, in Kassel.

Kompromisslos auf Augenhöhe – Die Malerin Miriam Cahn: „ttt“
trifft Miriam Cahn in Kassel, spricht mit ihr über ihre Bilder, über
Augenhöhe in der Kunst und die Schwierigkeit, Betroffenheit
auszudrücken, ohne in Betroffenheitskitsch zu verfallen.

Das Krisen-Ich – der documenta-Künstler Apostolos Georgiou: „ttt“
trifft Apostolos Georgiou in seinem Atelier in Athen und in Kassel,
wo er zur documenta 14 an einem ungewöhnlichen Ort, einem ehemaligen
Lederwarengeschäft aus den 50er Jahren, ausstellt.

„Raub, Aneignung, Kolonialisierung“ – Schwerpunkte der documenta
14: „ttt“ wirft einen Blick auf die Schattenseite der Kunst – die
hemmungslose Gier danach, sie zu besitzen. Raub, Aneignung,
Kolonialisierung der Kunst sind Schwerpunkte der documenta 14.

Der Magier des Indigo-Blau – Aboubakar Fofana: „ttt“ trifft Fofana
auf seiner Indigo-Farm und in seinem Atelier in Bamako. Hier gibt er
Einblick in die spirituelle Praxis des Textilfärbens.

Wer hat Angst vor Schwarz? – Der nigerianische Künstler Emeka
Ogboh bringt Schärfe ins deutsche Bier: „ttt“ hat Emeka Ogboh bei der
Bierproduktion in Kassel besucht und sich mit ihm über das
Reinheitsgebot und die Bedeutung von Gewürzen und Gerüchen
unterhalten.

Redaktion: Gitta Severloh, Naomi Naegele und Christine Romann (hr)
Moderation: Evelyn Fischer

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

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