Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur finanziellen Rettung von Arminia Bielefeld

2018-01-15T21:00:05+0100

Bielefeld (ots) – Das Aufatmen bei den Fans ist groß, Zweitligist
Arminia Bielefeld ist gerettet. Natürlich werden nun einige
aufschreien, und natürlich ist Kritik an der Hilfe für Arminia nicht
gänzlich unberechtigt. »Verschwendung von Steuergeldern« wird
vermutlich in Richtung Land NRW und Stadt Bielefeld gerufen. Das Land
hilft dem chronisch klammen Fußballverein mit dem Verzicht auf eine
erhebliche Summe zur Stadionbürgschaft ebenso wie die Stadt mit
Bürgschaft und wiederholten Stundungen. Doch haben Land und Stadt
nicht auch etwas davon, wenn der Verein nicht Insolvenz anmelden
muss? Bei einer Insolvenz bekäme keiner einen Cent. So müsste die
Stadt ein Stadion unterhalten, das keinen Ertrag bringen würde. Und
natürlich haben auch die privaten Geldgeber kein Interesse daran, den
Klub, den sie zuvor schon finanziell unterstützt haben, in die
Insolvenz gehen zu sehen. Dann wäre ihr Geld für immer verloren.
Jetzt lebt die kleine Hoffnung, bei einer Rückkehr in die 1. Liga
etwas zurück zu bekommen. Aber richtig Geld wird eben auch nur dort,
im Fußball-Oberhaus, verdient. Weber, Oetker, Gauselmann und die
anderen aus dem »Bündnis Ostwestfalen« dürfen sich auf die Fahnen
schreiben, mehr zu sein als nur Retter. Sie investieren nicht nur in
einen Fußballverein, sondern auch in den Standort Ostwestfalen.
Arminia ist bundesweit ein Aushängeschild für Bielefeld und die
Region, ein Image- und Werbeträger für die Stadt. Fast 20.000
Menschen gehen alle zwei Wochen ins Stadion. Auch all das gehört zur
Wahrheit bei der Debatte darüber, ob ein Klub, der so viele Schulden
angehäuft hat, gerettet werden »darf«. Wahr ist natürlich auch, dass
die helfenden Unternehmen ihre Aufwendungen steuerlich geltend machen
könnten. Sollte ihr Gewinn wegen ihrer Zuwendungen an Arminia
geringer ausfallen, zahlten sie weniger Steuern. Wahr ist aber auch,
dass der DSC selbst mehr Steuern zahlt, je erfolgreicher er
wirtschaftet. Die Verantwortlichen des Vereins sind, nicht zuletzt
wegen der Gelder von Land und Stadt, in der Pflicht: Sie müssen dafür
sorgen, dass sich Fehler der Vergangenheit (Stichwort Stadionausbau)
nicht wiederholen. Es wirkt derzeit so, als seien sie sich dessen
bewusst.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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