FAKT: Hunderte Tote durch psychische Belastung an innerdeutscher Grenze

MDR Exklusiv-Meldung

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Leipzig (ots) – Die Kontrollen an den Grenzen zur DDR waren
scharf. Die psychische Belastung war dabei für hunderte Betroffene zu
hoch, das berichtet das ARD-Magazin „FAKT“. So sind an den
Grenzübergängen der Berliner Mauer nach Zählung des Mauermuseums
„Haus am Checkpoint Charlie“ 264 Menschen aus Ost und West während
der Kontrolle verstorben. An der innerdeutschen Grenze gab es 97 Tote
während der Kontrollen. Todesursache waren Herzinfarkte.

„Die Menschen waren den unmenschlichen Kontrollen ausgeliefert,
ganz allein, ohne jeglichen Schutz in stickigen Baracken. Bis hin,
dass sie an den Haaren gezupft worden sind, ob da eine Perücke ist
und unter der Perücke vielleicht noch etwas liegt und die mussten
sich ausziehen.“ So beschreibt Museumsleiterin Alexandra Hildebrandt
die Situation bei den Grenzkontrollen gegenüber „FAKT“. Gerade ältere
oder herzschwache Menschen seien den außergewöhnlich hohen
psychischen Belastungen oft nicht gewachsen gewesen.

Hildebrandt vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liege,
da diese Todesursache an der innerdeutschen Grenze bislang nicht
systematisch erforscht worden sei.

Ein Fall erregte besondere Aufmerksamkeit

In der breiten Öffentlichkeit ist bislang vor allem ein besonders
mysteriöser Fall bekannt geworden. Am 10. April 1983 verstarb Rudolf
Burkert während eines Verhörs in der Grenzbaracke Drewitz. Der damals
45-Jährige hatte sich zuvor auf der Transitstrecke mit Verwandten aus
der DDR getroffen und ihnen Geschenke wie Sicherheitsgurte,
Lautsprecherboxen und Schokolade übergeben.

Der DDR-Staatssicherheit war das nicht entgangen. Am Grenzübergang
fischte sie Burkert aus der Schlange und verhörte ihn, bis er mit
Herzinfarkt tot zusammenbrach. Anschließend gab es zahlreiche
Untersuchungen in Ost und West. Die genauen Todesumstände konnten
allerdings nie zweifelsfrei geklärt werden. Es ist ein Todesfall von
mindestens 350. Die anderen Schicksale bleiben im Dunkeln, denn auf
den Todesscheinen stand häufig nur „natürlicher Tod durch
Herzinfarkt“.

Heute vor genau 58 Jahren – am 13. August 1961- zog die DDR eine
Mauer um West-Berlin. Die innerdeutsche Grenze zur Bundessrepublik
war auf 900 Kilometern Länge durch einen Grenzzaun gesichert.

Mehr dazu in FAKT (21:45 Uhr im ERSTEN) und unter:
www.mdraktuell.de

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