Ralf Rangnick fordert Lizenzpflicht für Vereinsmanager in der Bundesliga (FOTO)

DIE ZEIT

Neue Reiseziele schnell mit dem Flieger bei 5vorflug.de

Hamburg (ots) –

Ralf Rangnick, der seit 1. Juli 2019 im internationalen
Fußball-Management des Red Bull-Konzerns arbeitet, übt im Interview
mit der Wochenzeitung DIE ZEIT scharfe Kritik an der mangelnden
Qualität und Kompetenz im deutschen Vereinsmanagement: „Schauen Sie
mal nach, wo einige der früheren großen Traditionsclubs mittlerweile
gelandet sind. Profifußball ist ein Geschäft, und die Clubs sind
Wirtschaftsunternehmen geworden.“ Und weiter: „Dieses Geschäft sollte
grundsätzlich von Leuten gemacht werden, die wissen, wie es
funktioniert“, so Rangnick. „Sie brauchen in diesem Land einen
Meisterbrief, um eine Fleischerei zu eröffnen. Aber wenn Sie einen
Fußballverein führen wollen, fragt so gut wie niemand nach Ihrer
Ausbildung.“ Deshalb fordert der 61-Jährige: „Man sollte verstärkt
darüber nachdenken, für Manager eine Art Lizenzpflicht einzuführen.“

Die Macht der Vereinsmitglieder stehe, so Rangnick, der
Entwicklung des deutschen Fußballs im Weg. So hält er die so genannte
50+1-Regel für nicht mehr zeitgemäß: „In anderen Ländern ist es
normal, dass Clubs kommerzielle Besitzer haben, Netzwerke errichten
und Ausbildungsvereine erwerben. Nur bei uns wird das verteufelt.“ In
20 Jahren werde das Geschichte sein, „vielleicht auch schon früher“,
so Rangnick zur ZEIT. Und weiter: „Bei aller Liebe zur Tradition: Die
Zukunft liegt nie in der Vergangenheit. Zu dieser Erkenntnis scheinen
auch andere Vereine gelangt zu sein, sonst würden sie nicht immer
mehr Mitarbeiter aus unserem Management abwerben.“ Rangnick sieht das
Abwerben als „Beweis für die Doppelmoral“ im Fußballgeschäft:
„Einerseits heißt es, RB sei der Inbegriff des Bösen, andererseits
holt man unsere Topleute gerne zu sich.“

Auf die Frage, was geschähe, wenn der DFB ihm den Posten des
Nationaltrainers antrüge, verrät Rangnick: „Nationaltrainer zu sein,
das gehört zu den Dingen, über die ich in Zukunft nachdenken würde.“
Er hat auch schon eine konkrete Vorstellung: Auch in dieser Position
würde er den Fokus darauf richten, sich im permanenten Austausch mit
den Clubs zu befinden, „mir regelmäßig ihre Trainingseinheiten
anzuschauen und dadurch die zukünftigen Talente mitzuentwickeln“.

Pressekontakt:
Das komplette ZEIT-Interview dieser Meldung senden wir Ihnen für
Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE
ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.:
040/3280-237, E-Mail: presse@zeit.de). Diese Presse-Vorabmeldung
finden Sie auch unter www.zeit.de/vorabmeldungen.

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/9377/4319915