rbb-exklusiv: Großteil der Berliner Airbnb-Inserate ohne Registriernummer / Seit 2015 haben sich Umsätze der Gastgeber mehr als verdoppelt

Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

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Berlin (ots) –

Sperrfrist: 03.12.2018 06:00
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Nach wie vor fehlt bei rund 90 Prozent aller Berliner
Airbnb-Inserate eine Registriernummer. Das hat eine exklusive
Datenanalyse des rbb ergeben. Einem Großteil der Anbieter ohne eine
solche Kennzeichnung droht ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro. Denn
seit Anfang August müssen die meisten Gastgeber bei
Kurzzeitvermietungen eine Registriernummer des jeweiligen
Bezirksamtes in ihrem Inserat veröffentlichen.

Von den 13.644 aktiven Berliner Inseraten auf der
Buchungsplattform Airbnb hatten Anfang November gerade einmal 1.242
eine solche Registriernummer veröffentlicht. Ausgenommen von dieser
Pflicht sind Ferienwohnungen in gewerblichen Objekten wie
beispielsweise Hotels, deren Zahl überschaubar ist.

Da Airbnb solche Daten nicht selbst veröffentlicht, hat der rbb
das Berliner Angebot mit Hilfe des Datenportals insideairbnb.com
sowie der Analysefirma AirDNA untersucht. Airbnb hält die Zahlen auf
Anfrage für unzuverlässig, veröffentlicht aber auch keinen eigenen
Datensatz.

Umsatz mit Berliner Airbnb-Wohnungen seit 2015 verdoppelt

Laut Analysen der Firma AirDNA haben Berliner Airbnb-Gastgeber im
Oktober 2018 rund 16 Millionen Euro Umsatz gemacht. Während der
Hochsaison im Juli, August und September 2018 waren es sogar fast 20
Millionen Euro pro Monat. Von 2015 auf 2017 hat sich der berechnete
Jahresumsatz mehr als verdoppelt.

Die Verschärfung des Berliner Gesetzes gegen Zweckentfremdung von
Wohnungen scheint jedoch nun Wirkung zu zeigen: Seit Juli 2018 ist
die Zahl der aktiven Inserate um 18 Prozent gesunken. Beim Umsatz der
Berliner Airbnb-Anbieter ist allerdings kein Rückgang zu erkennen.

Sieben Airbnb-Ferienwohnungen in einem Kreuzberger Wohnhaus

Die meisten Ferienunterkünfte gibt es im Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg – rund 3.200 aktive Airbnb-Inserate gibt es
dort. Laut Wohnungsamt wurden allein in einem Wohnhaus in der
Muskauer Straße zeitweise bis zu sieben Wohnungen als Ferienwohnungen
vermietet. Die verbliebenen Bewohner litten sehr darunter, klagten
über Ruhestörung und Touristen, die ihre Schlüssel in falsche
Schlösser steckten.

Ein Bewohner, der anonym bleiben möchte, berichtete dem rbb, dass
die Probleme begannen, nachdem eine Immobilien-GmbH das Haus vor rund
drei Jahren kaufte. Wohnungen seien zu Ferienwohnungen
umfunktioniert, im Flur Mini-Tresore mit Zahlencodes für die
Ferienwohnungs-Schlüssel eingebaut worden.

Eigentümer bestreitet Verantwortung für Ferienwohnungsbetrieb

Das Wohnungsamt vermutet, dass die GmbH, der das Haus gehört,
hinter dem Ferienwohnungsbetrieb steckt und hat bereits vor knapp
zwei Jahren mehrere Verfahren gegen diese eingeleitet. Der
Geschäftsführer der GmbH bestreitet den Vorwurf und teilt dem rbb auf
Anfrage mit, seine Mieter hätten die Wohnungen unzulässigerweise auf
den Markt gebracht. Er habe den Mietern gekündigt und auf Räumung
geklagt. Die Wohnungen seien nun teilweise neu vermietet worden.

Das Wohnungsamt hält dem entgegen, dass die
Ferienwohnungs-Vermietung seit Beginn der Verfahren noch anderthalb
Jahre weitergegangen sein soll. Erst im Sommer 2018 seien die
Wohnungen neu vermietet worden. Der Fall wird nun vor Gericht
geklärt, weil die Eigentümer-GmbH gegen Maßnahmen des Wohnungsamtes
geklagt hatte. Eine Entscheidung wird erst im kommenden Jahr
erwartet.

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