Rheinische Post: Kommentar / Kein Heimspiel = Von Lothar Schröder

2018-01-15T21:12:57+0100

Düsseldorf (ots) – Heimspiele sehen anders aus, freundlicher und
vor allem leichter. Doch für diesen Papst scheint es Heimspiele im
herkömmlichen Sinn ohnehin nicht zu geben: Seine 22 Auslandsreisen
sind nie Jubelfahrten gewesen. Der Papst ist lieber da, wo es wehtut:
Wo die Armut herrscht und die Hoffnungslosigkeit, wo Staaten korrupt
und Flüchtlinge kaum mehr als Treibgut sind. Und so warten auf
Franziskus jetzt auch in Peru und Chile mehr Herausforderungen als
Bestätigungen. In Südamerika trifft er Vertreter der unterdrückten
eingeborenen Bevölkerung, Migranten, Opfer der Diktatur. Und er wird
das Ausmaß der Umweltzerstörung in Augenschein nehmen – für ihn ein
zentraler Punkt. Seine erste Enzyklika, „Laudato si“, widmete sich
ökologischen Problemen; und Amazonas-Bischof Erwin Kräutler soll dazu
etliche Stichworte geliefert haben. Die Zukunft der Kirche
entscheidet sich nicht am Amazonas. Doch dieses zunehmend
ausgebeutete Paradies wird zum Gradmesser für die Glaubwürdigkeit
einer Kirche, der die Bewahrung der Schöpfung Kernauftrag ist. Ohne
Rücksicht auf Zustimmung.

www.rp-online.de

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/30621/3840338

Tagged mit:    

Verwandte Beiträge

Kommentar posten

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind mit * gekennzeichnet.