IAA 2019: Merkel muss Konzerne für falsche Modellpolitik kritisieren

BUND

Berlin (ots) – Zur offiziellen Eröffnung der Internationalen
Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 erklärt Ernst-Christoph Stolper,
stellvertretender Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND):

„Die IAA zeigt: Immer noch setzt die deutsche Automobilindustrie
auf schwerere und leistungsstärkere Fahrzeuge. Noch nie waren die
Fahrzeuge so groß und wuchtig wie heute. Eine Entwicklung, die sich
in den Jahren von Merkels Kanzlerinnenschaft durch falsche politische
Weichenstellungen weiter beschleunigt hat.

Vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts muss Merkel
jetzt Klartext mit der Branche reden. Der Zenit von großen,
spritschluckenden und ressourcenfressenden Autos ist überschritten.
Das Auto der Zukunft muss mit den Klimazielen des Pariser Abkommens
vereinbar sein. Dafür braucht es ein Bonus-Malus-System, das den Kauf
von spritfressenden Luxusfahrzeugen verteuert und den kostengünstigen
Kauf von kleinen Elektro-Autos ermöglicht. Weiter braucht es die
Abschaffung des Dienstwagenprivilegs sowie der steuerlichen
Privilegierung von Diesel. Will die Kanzlerin der Branche einen
wirklichen Dienst erweisen, zieht sie die Stellschrauben an und
bringt die Automobilindustrie endlich auf einen nachhaltigen Kurs.
Dafür reicht eine Modelloffensive von E-Mobilen nicht aus, wenn die
Verkaufsstrategie weiter auf große energieverschwendende Autos
ausgerichtet ist.“

Stolper richtet noch einen Appell an Merkel: „Frau Merkel, die
Zeit der Entscheidung ist in diesem Herbst gekommen: Klimakanzlerin
oder SUV-Kanzlerin – beides zusammen geht nicht.“

Hintergrund: Den BUND-Forderungskatalog „Die Dringlichen Dreißig“
finden Sie unter: www.bund.net/dringliche30

Weitere Informationen: www.bund.net/mobilitaet
www.bund.net/klimawandel

Pressekontakt:
Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Vorsitzender des BUND,
Mobil: 0172-2903751,
E-Mail: stolper@bund.net
Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte,
Tel.: 030-27586-467,
Mobil: 0151-56313302,
E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net

BUND-Pressestelle:
Sigrid Wolff | Judith Freund | Heye Jensen
Tel. 030-27586-425 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net,
www.bund.net

Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/7666/4372765

Roboter-Investitionen erreichen 16,5 Milliarden US-Dollar – IFR präsentiert neuen World Robotics Report

The International Federation of Robotics

Frankfurt (ots) –

+++ Pressekonferenz am 18. September (Mittwoch) in Shanghai, China
+++ Ausblick 2019-2022 für Asien, Amerika und Europa +++

Die Roboter-Investitionen erreichten 2018 mit 16,5 Mrd. USD weltweit
einen neuen Rekord. Aktuell sind 2,4 Millionen Industrieroboter in den
Fabriken rund um den Globus in Betrieb – ein Plus von 15 Prozent. Diese
Ergebnisse sind bemerkenswert, da die Hauptabnehmerbranchen für
Industrie-Roboter, Automobil und Elektro/Elektronik 2018 ein schwieriges
Jahr hatten. Zwei der wichtigsten Märkte, China und die USA, befinden
sich in einem Handelskonflikt.

Wo investieren Asien, Amerika und Europa im globalen
Automatisierungsrennen, wie entwickelt sich der Servicerobotersektor und
wie sieht der Ausblick für 2019-2022 aus?

Die International Federation of Robotics lädt Journalisten zur
Veröffentlichung des neuen World Robotics Report 2019 zu einer
Pressekonferenz ein:

Wann: Mittwoch, 18. September 2019
10:20-12:00 Shanghai Ortszeit

Wo: Hotel: Hong Qiao State Guest Hotel
Addresse: 1591, Hong Qiao Road,
Changning District, Shanghai
Meeting Room: Grand View Court

Die Sprecher:

– Steven Wyatt (ABB), IFR Vice President
– Dr. Susanne Bieller, IFR General Secretary
– Dr. Christopher Müller, IFR Statistical Department
– Dr. Daokui Qu, President of CRIA (SIASUN)
– Xiaogang Song, President, China Robot Industry Alliance

Die Themen:

– World Robotics Report – Industrie-Roboter
Das weltweite Automationsrennen in Zahlen
– World Robotics Report – Service Robots
Privater & professioneller Einsatz
– Wie sich die Robotik in China entwickelt
Roboter-Trends und Einsatzfelder der Zukunft

Bitte melden Sie sich an bei Carsten Heer:
email: press@ifr.org Telefon: +49 40 82244 284

Das IFR Statistical Department veröffentlicht jedes Jahr zwei Studien zur
Robotik:

World Robotics – Industrieroboter: Dieser Bericht liefert weltweite
Statistiken über Industrieroboter in einheitlichen Tabellen und
ermöglicht aussagefähige Ländervergleiche. Er enthält statistische Daten
aus circa 40 Ländern, aufgeschlüsselt nach Anwendungsbereichen,
Industriesektoren, Roboterarten und anderen technischen und
wirtschaftlichen Aspekten. Für ausgewählte Länder sind Produktions-,
Export- und Importdaten aufgeführt. Trends bei Roboterdichte, z.B. die
Anzahl von Robotern auf je 10.000 Beschäftigte in relevanten Sektoren,
werden ebenfalls dargestellt.

World Robotics – Serviceroboter: Dieser Bericht liefert weltweite
Statistiken über Serviceroboter, Marktanalysen, Fallstudien und
internationale Forschungsstrategien zu Servicerobotern. Die Studie wird
in Zusammenarbeit mit unserem Partner Fraunhofer IPA, Stuttgart
erarbeitet.

The International Federation of Robotics

Die International Federation of Robotics vertritt mehr als 50
Robotikunternehmen, Forschungseinrichtungen sowie nationale
Roboterverbände aus über zwanzig Ländern und wurde 1987 als
Non-Profit-Organisation gegründet: www.ifr.org

Dr. Susanne Bieller
General Secretary
International Federation of Robotics

Pressekontakt:
International Federation of Robotics
Press Office
econNEWSnetwork
Carsten Heer
Telefon +49 (0) 40 822 44 284
E-Mail: press@ifr.org

Original-Content von: The International Federation of Robotics, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/115415/4372789

Autozulieferer in der Krise – Preis als letzte Waffe

Simon-Kucher & Partners

Köln (ots) – Gewinnwarnungen, Stellenstreichungen,
Werksschließungen: Die Flaute der Autoindustrie bringt Zulieferer ins
Schleudern. Maßnahmen zur Kosteneinsparung sind ausgereizt,
Absatzsteigerungen in der Regel nur durch ruinösen
Verdrängungswettbewerb möglich – bleibt der Preis als wichtigste
Stellschraube. Was jetzt die drei wichtigsten Maßnahmen für
Zulieferer sind, erklären Hermann Simon (Unternehmensgründer) und
Andreas Hudelmaier (Autozuliefer-Experte) von der globalen Strategie-
und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners.

Kurzarbeit bei Schaeffler, Stellenabbau bei Bosch, Gewinnwarnung
und drohende Werksschließungen bei Continental: Der
Produktionsrückgang der Automobilindustrie von fünf Prozent im ersten
Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr trifft auch die Zulieferer mit
voller Wirkung. „Typische Strategien in einer solchen Lage sind
Kosten reduzieren und Absatzvolumen steigern – das wird aber nicht
ausreichen, um zahllose Zulieferer vor Schlimmerem zu bewahren“, so
Andreas Hudelmaier. Denn einerseits sind aufgrund der unnachgiebigen
Einkaufspolitik der Autohersteller die Kosten häufig bereits extrem
niedrig. Andererseits handelt es sich in der Zulieferindustrie um
„abgeleitete Nachfrage“. „Pro Auto werden genau zwei Außenspiegel
gebraucht, nicht mehr und nicht weniger“, erklärt Hermann Simon. „Die
Nachfrage nach Außenspiegeln ergibt sich also im Wesentlichen aus der
Zahl der Autobestellungen. Geht diese Zahl zurück, kann sich der
Spiegelhersteller kurzfristig kaum wehren. Er könnte zwar versuchen,
neue Kunden zu gewinnen bzw. seinen Lieferanteil zu erhöhen. Aber
kurzfristig dürften diese Maßnahmen nicht durchschlagen. Die
Beeinflussbarkeit des Absatzes ist also extrem beschränkt“, so der
Wirtschaftsexperte.

Preisgestaltung wichtigster Hebel gegen die Krise

„Damit hat jetzt die in der Industrie am meisten vernachlässigte
Variable der Gewinnfunktion die größte Chance, über das Wohl vieler
Zulieferer zu entscheiden: das Pricing“, diagnostiziert Hudelmaier.
Der Autozuliefer-Experte empfiehlt drei Sofortmaßnahmen:

1. Profitabilität im Bestandsgeschäft sichern

„Zu viele Zulieferer glauben, dass alle Verhandlungsmacht beim
Automobilhersteller liegt. So haben 96 Prozent der befragten
Zulieferer in der Global Pricing Study 2017 von Simon-Kucher
angegeben, dass sich der Preisdruck in den letzten beiden Jahren
erhöht hat, der zweithöchste Wert aller 35 befragten Industrien.
Automobilhersteller schaffen es also mit großem Erfolg, jährliche
Preissenkungen durchzusetzen, die über die Vertragsvereinbarungen
hinausgehen. In vielen Fällen können diesen Forderungen aber
reduziert oder gänzlich abgewendet werden, wenn die richtigen
Argumente gefunden und erfolgreich angewandt werden.

Hinzu kommt: Nach der Nominierung eines Lieferanten gibt es bei
Zulieferprojekten in der Regel noch zahlreiche Änderungen durch den
Automobilhersteller, die Lieferanten systematisch nutzen können, um
die Profitabilität im Bestandsgeschäft deutlich zu erhöhen.

2. Zukünftige Profitabilität durch die richtigen

Innovationen sichern Aus Produktsicht erfindet sich die
Autoindustrie gerade neu; damit sind Innovationen an der Tagesordnung
und ein wichtiger Hebel für nachhaltigen Erfolg. Leider ist die
Erfolgsbilanz von Zulieferern in dieser Hinsicht eher schlecht.
Befragte Zulieferer gaben an, dass 75 Prozent der Innovationen ihre
Gewinnziele in der Vergangenheit nicht erreicht haben. Ein
Hauptproblem besteht darin, dass (End-)Kundenbedürfnisse nicht gut
genug verstanden werden. Als logische Konsequenz passen dann
Kostenstruktur und Zahlungsbereitschaft nicht zusammen. Für
erfolgreiche Innovationen muss der Kundennutzen während der
Entwicklung klar quantifiziert werden und sowohl Produkt- als auch
Preisgestaltung maßgeblich prägen.

3. Verhandlungsführung stärken

Es reicht natürlich nicht, die richtigen Preise zu setzen, sie
müssen auch durchgesetzt werden. Zulieferer tun daher gut daran, in
Krisenzeiten weiter in ihren Vertrieb zu investieren.
Verhandlungsschulungen sind ein wichtiges Mittel, aber auch Prozesse
und Tools müssen optimiert werden. Kluge Anreizsysteme, die den
Vertrieb am Erfolg der Preisverhandlungen beteiligen, sind das letzte
Puzzlestück für einen erfolgreichen Zulieferervertrieb.

In Kombination mit den anderen Maßnahmen kann so die
Profitabilität von Zulieferunternehmen gesichert und krisenfest
gemacht werden – nicht nur durch Kostensenkungen, sondern auch durch
intelligente Preismaßnahmen.

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die
Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine
Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen
Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist
Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im
Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit
über 1.400 Mitarbeitern in 39 Büros weltweit vertreten.

Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne
zur Verfügung:

Julia Griep (Public Relations Manager)
Tel: +49 221 36794 486
E-Mail: julia.griep@simon-kucher.com
www.simon-kucher.com

Original-Content von: Simon-Kucher & Partners, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/78805/4371578

PwC-Experten zur IAA: „Trotz bisherigem Rückgang um 2% ist 2019 ein wichtiges Wendejahr für die globale Automobilindustrie“

PwC Deutschland

Frankfurt am Main (ots) – Blick zurück: zehn Jahre nach dem
Zusammenbruch der globalen Automobilindustrie / Auslaufen des Booms
nach 10 Jahren / Chinesische Sonderkonjunktur / Blick nach vorne:
Trends und Tendenzen der Branche für das Jahr 2029

Mit dem Übergang in die strukturelle Transformation findet der
zehn Jahre andauernde Aufschwung der globalen Automobilindustrie
seinen Abschluss. So lautet die wichtigste Einschätzung von Felix
Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC und Christoph Stürmer,
Global Lead Analyst bei PwC Autofacts. Anlässlich der Internationalen
Automobil-Ausstellung IAA, die vom 12. bis zum 22. September 2019 in
Frankfurt am Main stattfindet, werfen sie einen Blick zurück auf die
Entwicklung des Weltautomobilmarkts in den zehn Jahren nach Beginn
der Weltwirtschaftskrise 2009. Außerdem schauen sie auf Trends,
Tendenzen und die größten Herausforderungen der kommenden Dekade.

Blick zurück: Talfahrt der globalen Autobranche 2009

Nach dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 2009 erlebte die Branche
weltweit ihr schwächstes Quartal, die weltweite Automobilproduktion
ging zwischen Oktober und Dezember 2009 um bis zu 40 Prozent zurück.
Im Jahresmittel sank die Produktion um bis zu 32 Prozent in
Nordamerika, um 16% in Europa. „Vor genau zehn Jahren stürzte die
globale Automobilindustrie in eine tiefe Krise“, sagt Felix Kuhnert.
Der Marktzusammenbruch wirkte sich in den einzelnen Ländern
allerdings unterschiedlich stark aus: In den USA beispielsweise
gingen viele Unternehmen in die Insolvenz, insbesondere in der Gegend
um Detroit, der traditionell stärksten Region der US-amerikanischen
Automobilproduktion. „Der ‚Rust Belt‘ konnte sich bisher nicht
vollständig von dem Zusammenbruch erholen“, so Kuhnert. Profitiert
hätten davon Mexiko, die Südstaaten, auch Städte an der Westküste, in
die sich die Industrie teilweise verlagert habe.

Während die Wirtschaftskrise von 2009 auch in den Industrien in
Japan und Korea zu langfristigen Problemen führte, zeigte sich in
Europa ein differenziertes Bild: Länder wie Großbritannien, Irland
und Spanien traf der Einbruch sehr hart, auch dort mussten viele
Unternehmen aufgeben. In Deutschland und Österreich sorgten
erweiterte Kurzarbeit und Auffanggesellschaften dafür, dass
insbesondere Zulieferbetriebe schnell lieferfähig waren, als die
Nachfrage wieder anzog. In der Folge sicherten sie sich zusätzliche
Anteile des Weltmarkts, die sie in den Jahren darauf behaupten
konnten.

Fundamentale Transformation: Der zehnjährige Aufschwung ist vorbei

„In den zehn Jahren nach der Krise erfolgte dann ein regelrechter
Boom“, erläutert Christoph Stürmer von PwC Autofacts. Zwischen 2009
und 2019 ist der globale Automobilmarkt stetig gewachsen – um
insgesamt fast 60%, mit einem CAGR von 5,8%. Dieser Aufschwung sei
bereits 2018 eingebremst worden, und 2019 werde das zweite Jahr, in
dem die globale Automobilindustrie einen sichtbaren Nachfragerückgang
um ca. 2% erlebt. Damit hat sich die Sonderkonjunktur der
Automobilindustrie erschöpft und ist in einen zyklischen Rückgang
übergegangen. Gleichzeitig wirft aber der nächste große Zyklus der
Automobilindustrie seine Schatten voraus. „Die nächste Transformation
der Branche wird fundamental, vergleichbar mit der digitalen
Transformation anderer Industrien. More of the same, also jedes Jahr
Wachstum um 5 Prozent – so lautete das Erfolgsmuster der Hersteller
in den Jahren des Erfolgs“, erklärt Global Automotive Leader Felix
Kuhnert. Echte Strukturveränderungen seien in der zurückliegenden
Dekade ausgeblieben, und viele Produzenten hätten den Warnschuss des
Unternehmens Tesla, das 2012 das erste vollelektrische Fahrzeug auf
den Markt brachte, nicht ausreichend ernst genommen.

Dennoch: Transformation erlaubt erneuten Aufschwung für die
nächsten zehn Jahre

Mit Blick auf die aktuelle Situation insbesondere der deutschen
Automobilbranche gibt es aber durchaus positive Nachrichten. So
brachte der August 2019 Angaben des Verbands der Automobilindustrie
(VDA) zufolge ein Wachstum von 3 Prozent gegenüber dem bereits hohen
August 2018. Im August 2018 waren die Neuzulassungen gegenüber August
2017 um 32,5 Prozent gestiegen, im letzten Quartal 2018 dann aber um
bis zu 20% zurückgegangen. Dies sei für 2019, so die Experten, nicht
so extrem zu erwarten. In Europa bereite allerdings aktuell die
Diskussion um den EU-Ausstieg Großbritanniens die größten
Sorgenfalten. Im April 2019 etwa ging dort die Fahrzeugproduktion um
satte 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

China bescherte Sonderkonjunktur

Auch der Entwicklung des chinesischen Marktes sehen die
PwC-Experten optimistisch entgegen, denn Ende Mai 2019 beschloss die
Regierung in Peking ein Gesetz, das Automobilbesitzer dazu zwingt,
ihre Benzinfahrzeuge mit dem „National 3“-Standard bis Ende 2020
gegen neue Fahrzeuge zu tauschen. „Zwischen 2005 und 2010 wurden etwa
26 Millionen der National-3-Fahrzeuge verkauft, mindestens 20
Millionen dürften noch auf den Straßen unterwegs sein“, schätzt
Christoph Stürmer von PwC Autofacts. Demzufolge sei für die nächsten
18 Monate mit einer sichtbaren Sonderkonjunktur auf dem chinesischen
Automobilmarkt zu rechnen.

Die globale Automobilbranche im Jahr 2029 – Trends und Tendenzen

Welche Entwicklungen werden die Automobilindustrie in den
kommenden zehn Jahren prägen? Felix Kuhnert sagt: „Die derzeitige
Transformation bedeutet nichts Geringeres als die umfassende
Digitalisierung des Mobilitätssektors.“ Das betreffe die Produktions-
und Designprozesse bei den Herstellern ebenso wie die Mobilitäts- und
Geschäftsmodelle. „Die Produzenten werden sich mehr und mehr zu
Unternehmen entwickeln, die nicht allein Autos herstellen und auf den
Markt bringen, sondern Mobilität als Dienstleistung anbieten“,
ergänzt Kuhnert. Die Investitionssummen in neue Technologien wie
elektrische Antriebe und automatisiertes Fahren sowie Konzepte wie
Car Sharing liegen im Milliardenbereich. Über das Zielbild der
Mobilitätstransformation indes herrsche aktuell zunehmende Einigkeit.

Zwischen 2027 und 2030 könnte der Fahrzeugbestand in Europa schon
um ca. 7,5% abnehmen, prognostiziert Analyst Christoph Stürmer. Dies
liege vor allem an der Zunahme der Shared Mobility durch
automatisierte Fahrzeuge. „Die Menge an Fahrzeugen auf der Straße
wird zwar nicht wesentlich zurückgehen, aber der Verkehr wird dank
intelligenter, miteinander kommunizierender Autos besser fließen“,
sagt der Experte. Insbesondere der Anteil geparkter Fahrzeuge werde
signifikant abnehmen. Und in den Städten werden die vollelektrischen
Fahrzeuge deutlich sichtbarer sein. „Jeder zweite in der Stadt
gefahrene Kilometer wird von einem E-Fahrzeugen zurückgelegt werden.
Eine spannende Frage ist in diesem Zusammenhang, wie der ID3, das
erste vollelektrische Fahrzeug von Volkswagen, von den Kunden
angenommen wird.“

Werden wir auf der IAA 2029 noch Autos sehen? „Definitiv ja“, ist
sich Felix Kuhnert sicher. „Allerdings werden wir eine viel größere
Differenzierung bei Konzept und Nutzung sehen.“ So würden erheblich
mehr sehr kleine Fahrzeuge für den Stadtverkehr auf den Markt kommen,
ebenso große, luxuriöse Autos, die eher fahrenden Konferenzräumen als
den heutigen Autos ähneln. Die Konfigurierbarkeit und
Individualisierbarkeit der Fahrzeuge zeichne sich bereits heute ab,
werde künftig aber noch zunehmen. Insgesamt werde die IAA im Jahr
2029 eher dem heutigen Ausstellungsteil „New Mobility World“ ähneln,
auf dem sich Cloud-Dienstleister, Entwickler autonomer Fahrsysteme
und Mobilitätsplattformen nebeneinander präsentieren. „Eine sehr
dynamische Entwicklung“, findet Christoph Stürmer von PwC-Autofacts
und ergänzt: „Für die globale Automobilindustrie ist die IAA 2019 ein
Wendepunkt – zehn Jahre nach der Krise bietet sie einen spannenden
Ausblick auf das nächste Jahrzehnt, trotz der aktuellen
Konjunkturprobleme.“

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen
aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 250.000
Mitarbeiter in 158 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen,
branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die
Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder
mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere
Details unter www.pwc.com/structure.

Pressekontakt:
Sven Humann
PwC Communications
Tel.: +49 (0) 211 981 – 2188
E-Mail: sven.humann@pwc.com

Original-Content von: PwC Deutschland, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/8664/4370671

Online-Direktvertrieb: Wie funktioniert eine faire Händlervergütung?

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Bonn (ots) – Die Arbeitsgruppe Geschäftsmodelle/Konnektivität im
ZDK fordert, dass die Händlervergütung bei zunehmendem Direktvertrieb
der Hersteller kostendeckend bleiben muss. Händler sollen für die
dauerhafte Bereitstellung ihrer Dienstleistungen auch einen
konstanten Ausgleich erhalten. Diese pauschale Vergütung soll
unabhängig davon gewährt werden, ob ein Hersteller die Services in
Anspruch nimmt oder nicht. Eine aktivitätsbezogene Vergütung, wie
Hersteller sie diskutieren, ist schwer kalkulierbar, mit hohem
administrativem Aufwand verbunden und vermutlich nicht kostendeckend.

„Ein Vergütungssystem muss einfach, kalkulierbar und
nachvollziehbar sein. Außerdem muss es unsere Kosten decken und einen
Gewinn ermöglichen. Diese Anforderungen kann eine aktivitätsbezogene
Vergütung aus Händlersicht allein nicht erfüllen“, sagt
ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Bisherige Vergütungssysteme sind
auf der Basis entwickelt worden, dass der Händler alleiniger
Vertriebspartner der Hersteller ist. Hersteller legen die Standards
für Gebäude, Einrichtung, Ausstellungs- und Vorführfahrzeuge und
Personal fest. Die Kosten dafür müssen durch die Handelsspanne
gedeckt sowie ein angemessener Gewinn erwirtschaftet werden.

Zwar werden bisherige Margensysteme weiterhin relevant bleiben.
Allerdings fehlt dem Handel in Zukunft der Umsatz aus den
Direktgeschäften der Hersteller, zum Beispiel über das Internet oder
über Mobilitätspakete. Dieser Umsatz wird aber zur Kostendeckung der
Investitionen im Autohaus dringend benötigt. „Händler erbringen für
den Direktvertrieb Dienstleistungen wie Beratung, Probefahrt und
Auslieferung. Für die Bereitstellung dieser Services sollen
Hersteller eine Pacht zahlen. Diese Vergütung muss in etwa der
derzeitigen Margenhöhe pro Fahrzeug entsprechen. Nur so können
langfristig Händlerkapazitäten für den Direktvertrieb bereitgestellt
werden, wie es Hersteller fordern“, erklärt Fabio Krause,
Geschäftsführer des Ford-Händlerverbandes.

Zum Thema gibt es aktuell auch einen Podcast. Über die
Auswirkungen von Direktgeschäften und Vergütungssystemen sprechen
ZDK-Referentin Ellen Schmidt, ZDK-Vize Thomas Peckruhn und Fabio
Krause von Ford-Händlerverband.

Zum Podcast bei Spotify

Zum Podcast bei Youtube

Pressekontakt:
Stefan Meyer, ZDK-PR-Referent
Tel.: 0228/ 91 27 273
E-Mail: smeyer@kfzgewerbe.de

Original-Content von: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/7865/4369829

Die Mobilitätswende kommt – aber sie braucht neue Ansätze / Oliver Wyman-Umfrage zu Smart Mobility Services (FOTO)

Oliver Wyman

München/Frankfurt (ots) –

Der innerstädtische Fuhrpark wird immer bunter, doch E-Roller,
Ridesharing & Co. stoßen in Deutschland bisher noch auf mangelnde
Akzeptanz und ersetzen auch in Großstädten noch nicht das Privatauto.
Eine Umfrage der Strategieberatung Oliver Wyman belegt Zurückhaltung
und geringe Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft. Für
Autohersteller bieten sich dennoch Chancen: Sie können die
Übergangszeit nutzen, um sich weiter zu Mobilitätsanbietern zu
transformieren, neue Flottenmanagement-Kompetenzen aufzubauen und ihr
Produkt auf den Kunden der Zukunft auszurichten. Denn auch wenn der
Mobilitätswandel langsamer kommt als gedacht, bleibt er
alternativlos.

Schwärme von E-Rollern flitzen durch Deutschlands Großstädte.
Digital gestützte Systeme für Zweiräder, Taxis, Autos und Kleinbusse
drängen auf den Markt – die Geschäftsideen reichen von Rent über
Share bis Ride-Hailing, also von Mieten über Teilen bis zum
Mitfahren.

Angebotsseitig ist die Mobilitätswende schon da. Doch eine
aktuelle Befragung der Strategieberatung Oliver Wyman unter 1.000
Bundesbürgern zeigt, dass die Deutschen noch zögerlich sind: 78
Prozent der Befragten nutzen aktuell keinen der neuen
Mobilitätsdienste, 63 Prozent sind nicht bereit, das eigene Auto
vollständig durch Smart Mobility Services zu ersetzen. Sogar in
Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern stehen 80 Prozent
kompromisslos zum eigenen Auto. „Eine belastbare Alternative zum
Individualverkehr stellen die neuen Mobilitätsdienste heute noch
nicht dar“, sagt Joachim Deinlein, Partner bei Oliver Wyman. „Auch in
Großstädten ersetzen sie nicht das private Auto, sondern sorgen
vorerst nur für einen größeren Fuhrpark – ohne spürbaren
Entlastungseffekt.“

Preis, Verfügbarkeit und Komfort als größte Hemmnisse

Als Hemmnisse erweisen sich aus Konsumentensicht vor allem drei
Faktoren: der als hoch empfundene Preis, die mangelnde Verfügbarkeit
sowie Komfortdefizite. 16 Prozent der potenziellen Kunden geben zu
hohe Kosten der neuen Mobilitätsdienste als Grund für ihre Ablehnung
an. 21 Prozent bemängeln, dass die Dienste den persönlichen
Transportbedarf nicht ausreichend abdecken. Ebenfalls 21 Prozent
empfinden die Flexibilität und den gebotenen Komfort als nicht hoch
genug.

Scheitert die neue Mobilität an mangelnder Akzeptanz? Auch wenn
die Anbieter heute nicht profitabel sind, müssen und werden sie
weiter an neuen Lösungen arbeiten, sagt Deinlein. „Der weltweite
Mobilitätsbedarf wird bis 2030 um 4,5 Prozent jährlich ansteigen. Der
Mobilitätswandel ist und bleibt alternativlos, will man das Verkehrs-
und Umweltthema innerstädtisch in den Griff bekommen,“ so Deinlein.

In die Gewinnzone kommen

Um in die Gewinnzone zu kommen, können die Autohersteller
unterschiedliche Wege einschlagen. Dazu gehört, sich weiter
konsequent vom Produkt- zum Serviceanbieter zu transformieren und
eine Mobilitätscommunity mit konstantem Austausch aufzubauen – etwa
durch innerstädtische Mobilitätsplattformen, in die unterschiedliche
Mobilitätsträger vom Fahrrad über den E-Roller bis hin zum Auto
einbezogen werden. Partnerschaften gewinnen enorm an Bedeutung. „Nur
im Konsortium können die Mobilitätsthemen der Städte angegangen
werden“, sagt Deinlein. „Es geht darum, gemeinsame Lösungen zu
entwickeln, die maßgeschneidert für die Bedürfnisse einer Stadt sind,
von Infrastruktur bis hin zu Diensten.“

Auch wenn Autohersteller die Mobilitätsdienstleistungen nicht
selbst anbieten, müssen sie das Geschäft nicht der Konkurrenz
überlassen. So können sie das Flottenmanagement erweitern, um
unterschiedliche Mobilitätsdienste zu bedienen. Der gleiche Fuhrpark
kann dann für verschiedene Dienste wie etwa Sharing, Hailing,
Kurzzeit-Leasing oder Abomodelle genutzt und die Auslastung erhöht
werden. Ernste Konkurrenz erwächst den Herstellern von bekannten
Mietwagenfirmen, die Kundenmanagement beherrschen und mit Nachdruck
in das erweiterte Mobilitätsgeschäft einsteigen. „Sie bringen als
große Erfahrung mit, was die Steuerung der Flotten angeht“, sagt
Sascha Coccorullo, Principal bei Oliver Wyman. „Diese Kompetenzen
müssen Autohersteller aufbauen, wenn sie im Auslastungsmanagement
erfolgreich sein wollen.“

Ein weiterer Weg zum Erfolg liegt den Experten zufolge in der
Entwicklung von Fahrzeugen, die speziell für innerstädtische
Mobilität in „Sharing“-Lösungen gemacht sind. Denn der Umfrage
zufolge kommt es den Kunden kaum auf die Marke an: Der Preis ist für
30 Prozent der wichtigste Entscheidungsfaktor bei der Wahl des
Mobilitätsdienstes, gefolgt von Verfügbarkeit (25 Prozent),
Nachhaltigkeit (13 Prozent) und erst am Ende der Marke (5 Prozent).
„In der Neuen Mobilität gibt es keine Loyalität mehr“, sagt
Coccorullo. „Für Autohersteller gilt es daher, sich auf den
Kundennutzen und die Zweckmäßigkeit der Fahrzeuge zu fokussieren.
Fahrzeuge für neue Mobilitätsdienste müssen nicht premium sein,
sondern bestmöglich den Zweck erfüllen – insbesondere, wenn der Kunde
zukünftig nicht mehr selbst fährt.“

Regulatorische Eingriffe vonnöten

Sicher, sauber, schnell und günstig – diese Vision der Neuen
Mobilität liegt noch in der Zukunft. Auch wenn das Konvergieren von
ACES (Autonom, Connected, Electric, Shared), insbesondere autonomes
und elektrisches Fahren, der neuen Mobilität einen kräftigen Schub
geben wird, weiß Deinlein: „Der Mobilitätswandel auf der Kundenseite
wird ohne Unterstützung nicht so schnell stattfinden.“ Beispiele
wären die Schaffung dedizierter Parkflächen für Sharing-Angebote,
gesteigerte Attraktivität des ÖPNV, Unterstützung beim Aufbau von
Ladesäulen und Bevorzugung elektrischer Mobilität. „Ohne Anreize für
umweltschonende oder alternative Verkehrsangebote bleibt die
Geschwindigkeit der Veränderung sehr gering“, sagt Deinlein. In jedem
Fall sollten Fahrzeughersteller und andere Mobility-Player auf
langfristige Strategien setzen, da der Wandel nicht über Nacht, aber
mit Sicherheit kommen werde.

Über die Analyse

Für die Analyse hat Oliver Wyman im August 2019 über 1.000
Konsumenten in Deutschland zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt.

Pressekontakt:

Maike Wiehmeier
Communications Manager DACH
Oliver Wyman
Tel. +49 89 939 49 464
Mobil +49 175 2905074
maike.wiehmeier@oliverwyman.com

Original-Content von: Oliver Wyman, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/66435/4368767

Studie: Zwei von drei Automobil-Managern halten das Geschäftsmodell ihres Unternehmens durch die aktuellen Umbrüche für bedroht

Staufen AG

Köngen (ots) – Wenige Tage vor der Internationalen
Automobil-Ausstellung (IAA) präsentiert sich die Branche stark
verunsichert. So sehen 64 Prozent der Automotive-Führungskräfte eine
große oder sogar sehr große Disruptionsgefahr für das eigene
Geschäftsmodell. Zum Vergleich: In der Elektroindustrie sagen dies
nur 52 Prozent und im Maschinebau sogar nur 45 Prozent der Manager.
Auch insgesamt sieht die Automobilindustrie den derzeitigen Wandel
wesentlich skeptischer als die anderen Leitbranchen. Das sind
Ergebnisse der Studie „Erfolg im Wandel“ der Unternehmensberatung
Staufen. Mehr als 400 Top-Führungskräfte deutscher Unternehmen wurden
dafür befragt, davon rund 70 aus der Automobilindustrie.

„Wie unsere Studie unterstreicht, stellt sich die
Automobilindustrie – egal ob OEM, Systemlieferant oder klassischer
Zulieferer – derzeit also sehr grundsätzliche Fragen. Dabei dürfen
die eigenen Stärken und die mit jedem Wandel immer auch verbundenen
Chancen jedoch nicht aus den Augen verloren werden“, warnt Dr. Thilo
Greshake, der als Partner bei der Unternehmensberatung Staufen den
Automotive-Sektor verantwortet.

Die Gefahr, dass die Automobilindustrie ihre bisherige Rolle als
innovative Vorreiter-Branche tatsächlich einbüßen könnte, ist dabei
mehr als nur eine gefühlte Sorge. So ging der im Rahmen der Studie
„Erfolg im Wandel“ erhobene „Change Readiness Index“ (CRI) für den
Automobilsektor in diesem Jahr von 61 auf 55 Punkte (maximal 100
Punkte erreichbar) zurück. Damit rangiert die Automotive-Branche in
Sachen Wandlungsfähigkeit jetzt nur noch gleichauf mit der
Elektroindustrie und ganz knapp vor dem Maschinen- und Anlagenbau (53
Punkte).

Da für den CRI die Branchen sehr detailliert unter die Lupe
genommen werden, können die größten Baustellen der Automobilindustrie
sehr genau benannt werden. So gab es die größten Einbrüche in den
Bereichen Strukturen (Rückgang von 62 auf 53 Punkte) und Führung
(Rückgang von 58 auf 50 Punkte). „Damit bestätigt sich unsere
Markteinschätzungen, wonach die bisher eingeleiteten Sparmaßnahmen
den Wandel der Führungskultur ausbremsen, und die Branche auch beim
Thema Agilität gerade einen Gang runter schaltet“, berichtet
Automotive-Experte Greshake.

Eine Weiterentwicklung der Unternehmens- und Führungskultur sowie
eine gezielte Förderung der Veränderungsfähigkeit sind allerdings
unverzichtbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation.
„Nur so kann ein Portfolio konsequent auf die Zukunft ausgerichtet
und die vorhandenen Ressourcen, Mitarbeiter sowie Anlagen ideal für
eine effektive Wertschöpfung eingesetzt werden“, so Staufen-Berater
Greshake. „Dass bei der Erschließung neuer Märkte und der Entwicklung
neue Geschäftsmodelle auch die Möglichkeiten der Industrie 4.0
genutzt werden sollten, versteht sich dabei von selbst.“

Über die Studie „Erfolg im Wandel“

Für den „Change Readiness Index 2019“ befragte die
Unternehmensberatung Staufen insgesamt 421 Unternehmen in Deutschland
zum Thema „Erfolg im Wandel“. Mehr als 65 Prozent der befragten
Unternehmen kommen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der
Elektroindustrie und der Automobilindustrie. Die Studie kann unter
folgendem Kontakt angefordert werden: kathrin.negele@staufen.ag

Über die Staufen AG – www.staufen.ag

In jedem Unternehmen steckt ein noch besseres. Mit dieser
Überzeugung berät und qualifiziert die Staufen AG seit 25 Jahren
Unternehmen und Mitarbeiter weltweit. Märkte sind in Bewegung, der
Konkurrenzdruck enorm. Staufen hilft, die richtigen Veränderungen
schnell in Gang zu bringen, die Produktivität zu erhöhen, die
Qualität zu verbessern und die Innovationskraft zu steigern. Die
internationale Lean Management Beratung sorgt mit den passenden
Strategien und Methoden für schnelle und messbare Erfolge – um die in
jedem Unternehmen vorhandenen Potenziale zu heben, etablieren die
Staufen-Berater gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern eine
lebendige und nachhaltige Veränderungskultur. Auf dem Weg in die
digitale Transformation begleitet die Staufen-Tochtergesellschaft
Staufen Digital Neonex mittelständische Industrieunternehmen. Die
Staufen AG bietet mit ihrer Akademie zudem zertifizierte,
praxisorientierte Schulungen an. Von den internationalen Standorten
betreuen mehr als 320 Mitarbeiter Kunden auf der ganzen Welt. 2019
wurde die Staufen AG bereits zum sechsten Mal in Folge von „brand
eins Wissen“ als „Beste Berater“ ausgezeichnet. Das Consultinghaus
ist laut der renommierten Branchen-Studie „Hidden Champions 2018“
Deutschlands beste Lean-Management-Beratung und wurde von der
„Wirtschaftswoche“ mehrfach mit dem Preis „Best of Consulting“
geehrt.

Pressekontakt:
Weitere Informationen:
STAUFEN.AG
Beratung.Akademie.Beteiligung.
Kathrin Negele
Blumenstr. 5
D-73257 Köngen
Tel: +49 7024 8056 155
Fax: +49 7024 8056 111
kathrin.negele@staufen.ag
www.staufen.ag

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Thöring & Stuhr Kommunikationsberatung
Arne Stuhr
Mittelweg 142 – D-20148 Hamburg
Tel: +49 40 207 6969 83
mobil: +49 177 3055 194
arne.stuhr@corpnewsmedia.de

Original-Content von: Staufen AG, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/107923/4364836

SKODA AUTO nimmt neue Lackiererei im Werk Mladá Boleslav in Betrieb

Skoda Auto Deutschland GmbH

Mladá Boleslav (ots) –

– Lackierkapazität steigt um 168.000 Karosserien auf 812.000
Fahrzeuge pro Jahr
– SKODA AUTO investiert 214,5 Millionen Euro und schafft mehr als
650 neue Stellen
– Neue Lackiererei zählt zu den modernsten und
umweltfreundlichsten Anlagen ihrer Art in Europa

SKODA AUTO hat heute eine neue Lackiererei im Stammwerk Mladá
Boleslav eröffnet. Künftig erhalten hier bis zu 168.000 Karosserien
pro Jahr ihren Farbauftrag, wodurch die gesamte Lackierkapazität des
Werks auf jährlich 812.000 Einheiten steigt. In den Neubau hat SKODA
AUTO 214,5 Millionen Euro investiert und schafft dort mehr als 650
neue Arbeitsplätze. Die Anlage gehört zu den modernsten und
umweltfreundlichsten ihrer Art in Europa. Roboter übernehmen
zahlreiche Arbeitsschritte. Dank innovativer Technologien können die
Arbeitsplätze der SKODA Mitarbeiter besonders ergonomisch gestaltet
werden.

Bernhard Maier, SKODA Vorstandsvorsitzender, sagt: „Mit der neuen
Lackiererei stärken wir unseren Stammsitz Mladá Boleslav nachhaltig.
Für uns ist sie ein wichtiger Baustein unseres Wachstumskurses, den
wir im Rahmen unserer Strategie 2025 konsequent umsetzen. Mit ihr
erhöhen wir unsere Kapazitäten und können so die hohe Kundennachfrage
wesentlich besser bedienen. Gleichzeitig schaffen wir über 650 neue
Arbeitsplätze im Herzen von SKODA und leisten damit einen wichtigen
Beitrag für die Stärkung des Automobilstandorts Tschechien.“

Michael Oeljeklaus, SKODA AUTO Vorstandsmitglied für Produktion
und Logistik, fügt hinzu: „Mit der neuen Lackiererei nehmen wir eine
der fortschrittlichsten Anlagen ihrer Art in ganz Europa in Betrieb.
Im Stammwerk Mladá Boleslav erhöhen wir so unsere
Fertigungskapazitäten deutlich. Künftig erhalten hier bis zu 168.000
Karosserien pro Jahr ihren Farbauftrag, wodurch die gesamte
Lackierkapazität des Werks auf jährlich 812.000 Einheiten steigt.
Zahlreiche Arbeitsschritte werden von insgesamt 66 Robotern
übernommen oder unterstützt. Durch den Einsatz innovativer
Technologien sind die Arbeitsplätze der SKODA Mitarbeiter besonders
ergonomisch.“

Zu den hochmodernen Lackiertechniken zählt beispielsweise das
vollautonome Transportsystem für die einzelnen Karosserien während
der Vorbehandlung und Grundierung. Dieses Fördersystem erlaubt es,
die Prozessparameter für jedes Fahrzeug individuell zu wählen. In
herkömmlichen Lackierstraßen können wegen des Transports der
Karosserien an Kettenförderbändern keine solchen maßgeschneiderten
Einstellungen vorgenommen werden.

Sämtliche Daten des Produktionsprozesses werden elektronisch mit
der Identität des jeweiligen Fahrzeugs abgeglichen und per Datenfunk
an die individuellen Arbeitsstationen weitergegeben, die auf dieser
Basis die jeweils passenden Materialien anwenden.

Bei der Auswahl der gesamten technischen Ausstattung legte SKODA
AUTO besonderen Wert auf einen geringen Energieverbrauch. Ein
Beispiel ist die einzigartige Trocknungstechnologie der neuen
Lackiererei: Um beim Einbrennen der verschiedenen Lackschichten die
Temperaturunterschiede zwischen massiven, hochfesten
Karosseriekomponenten und leichten Blechen auszugleichen, blasen
zentrale Wärmetauscher heiße Luft in bestimmte Bereiche. Auf diese
Weise reduziert SKODA den Energieaufwand beim Trocknen der
Lackschichten um bis zu 20 Prozent.

Ein innovatives Nassbürstensystem zur Reinigung der Karosserien
ermöglicht es, Dichtmittel und Grundierung gleichzeitig einzubrennen
– damit spart die Anlage einen ganzen Trocknungsschritt und damit das
Aufwärmen und Abkühlen der Karosserie.

Die Lackierroboter besitzen in ihrem Ausleger eine innovative
siebte Rotationsachse. Durch diese Konfiguration kann ein Roboter
Karosserien mit einer Gesamtoberfläche von bis zu 108 Quadratmetern
beschichten. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Oberfläche
aktueller Pkw-Modelle beträgt 88 Quadratmeter.

Neue Lackieranlage setzt Maßstäbe bei Umweltverträglichkeit

Genau wie in bisherigen Lackierstraßen verwendet SKODA AUTO in der
neuen Anlage bis auf die abschließende Klarlackschicht ausschließlich
wasserlösliche Beschichtungen. In der neuen Lackiererei besteht diese
oberste Schicht allerdings zu 55 Prozent aus Feststoffen. Durch diese
Zusammensetzung sind pro Fahrzeug rund 210 Gramm weniger Lösemittel
erforderlich und die benötigte Klarlackmenge sinkt um 17 Prozent auf
zwei Kilogramm pro Fahrzeug.

Die insgesamt fünf Lackschichten eines SKODA ergeben am Ende eine
Beschichtung von circa 0,1 Millimeter Stärke. Die Lackiererei kann
insgesamt 17 verschiedene Farbtöne produzieren, viele davon mit
Metallic- oder Perleffekt.

Die neuen Technologien leisten zudem einen wesentlichen Beitrag
zur Umweltfreundlichkeit. Lackierrückstände wie Farbpartikel werden
durch eine sogenannte Trockenabscheidung absorbiert. Bei diesem
Verfahren ersetzt gemahlener Kalkstein das bislang verwendete Wasser
– so fällt praktisch keinerlei Lackschlamm als Abfall an. Das
Abluftreinigungssystem mit gemahlenem Kalkstein reduziert die
Farbreste um mehr als 2 Kilogramm pro Karosserie. Das verwendete
Kalksteinmehl und die darin aufgefangene Farbe werden anschließend
thermisch verwertet und zur Rauchgasentschwefelung des Heizwerks der
Tochtergesellschaft Sko-Energo verwendet. Durch diese Technologie
recycelt SKODA bis zu 80 Prozent der in den Spritzkabinen verwendeten
Luft, was den Energieverbrauch für die Aufbereitung der Ansaugluft
erheblich reduziert.

Darüber hinaus verfügt die neue Lackiererei über ein System, das
sämtliche Emissionen thermisch beseitigt. Die produktionsbezogenen
Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic
Compounds, kurz VOC) während des Lackierprozesses konnte SKODA AUTO
um 36 Prozent reduzieren.

Mit 35 Metern Höhe und sieben Geschossen bildet die neue
Lackiererei jetzt das höchste Gebäude des SKODA AUTO Stammwerks in
Mladá Boleslav. Eine Länge von 276 Metern und eine seitliche
Ausdehnung von 60 bis 140 Metern ergeben eine Grundfläche von 25.094
Quadratmetern – etwa so viel wie drei Fußballfelder. Das umbaute
Volumen entspricht mit 828.058 Kubikmetern dem Fassungsvermögen von
265 olympischen Schwimmbecken.

Seine Umweltaktivitäten bündelt der tschechische
Automobilhersteller unter dem Dach der GreenFuture-Strategie.
Investitionen wie die neue, besonders umweltverträgliche Lackiererei
gehören zum Bereich GreenFactory und bilden eine wichtige Säule der
SKODA AUTO Nachhaltigkeitsstrategie. Im kürzlich veröffentlichten
Nachhaltigkeitsbericht belegte der tschechische Automobilhersteller,
dass er zwischen 2010 und 2018 bei der Fahrzeugherstellung eine
Umweltentlastung von 56,1 Prozent erzielt hat.

Ein Video, das unter http://ots.de/9nA5l2 abzurufen ist, erläutert
Arbeitsschritte und Technologien der neuen Lackiererei.

Pressekontakt:
Ulrich Bethscheider-Kieser
Leiter Produkt- und Markenkommunikation
Telefon: +49 6150 133 121
E-Mail: ulrich.bethscheider-kieser@skoda-auto.de

Karel Müller
Media Relations
Telefon: +49 6150 133 115
E-Mail: Karel.Mueller@skoda-auto.de

Original-Content von: Skoda Auto Deutschland GmbH, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/28249/4355511

Wie der aktuelle Niedergang der Automobilindustrie gestoppt werden kann: Deutsche Umwelthilfe legt 12-Punkte-Plan für Klimaschutz und Arbeitsplätze vor

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Berlin (ots) – Deutschen Autobauern droht das Nokia-Schicksal: Sie
setzen trotz verschärfter Klimakrise und der weltweiten Abkehr von
schmutzigen Verbrennern wie nie zuvor auf klimaschädliche
Stadt-Geländewagen – Auf der zur Hausmesse von BMW, Daimler und VW
geschrumpften IAA liefern sich diese Hersteller ein absurdes Rennen
um die meisten und größten SUVs – Weltweite Nachfrage nach
innovativen Elektro-Pkws wird Herstellern aus den USA, Frankreich und
Asien überlassen – Deutsche Autobauer boykottieren insbesondere
Elektro-Pkw in der wichtigen Mittelklasse und verstärken sogar ihre
Diesel-Offensive – Kein einziges deutsches Fabrikat unter den
weltweit zwanzig meistverkauften Elektro-Pkws – DUH fordert Ausstieg
aus dem Verbrenner bis 2025 und ruft Verbraucher zum
‚Verbrenner-Fasten‘ auf

Die Dramatik des aktuellen Niedergangs der deutschen
Automobilhersteller – der Schlüsselindustrie Deutschlands mit über
800.000 Arbeitsplätzen – zeigt sich nach Ansicht der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) an der nahezu kompletten Absage internationaler
Autobauer für die ehemals weltgrößte Automesse IAA in Frankfurt.
Innerhalb weniger Jahre ist diese zu einer regionalen Hausmesse für
BMW, Daimler und Volkswagen zusammengeschrumpft. Die falsche
Schwerpunktsetzung auf Klimakiller-Fahrzeuge führt nicht nur zur
Absage anderer europäischer, asiatischer und innovativer
US-Autobauer, sondern zeigt auch das zunehmende Desinteresse
internationaler Automärkte an den veralteten und übermotorisierten
Verbrennern.

Als gebe es keine sterbenden Wälder, schmelzenden Gletscher und
vergiftete Luft in den Innenstädten, zelebrieren die deutschen
Autokonzerne mit dem SUV als Stadt-Geländewagen das wohl absurdeste
Mobilitätsangebot auf deutschen Asphaltstraßen. Um den Besuchern zu
erklären, warum sie geländegängige, große und schwere SUVs benötigen,
bauen BMW, Daimler und VW sogar einen 4.000 Quadratmeter großen „IAA
Offroad Parcours inmitten von Frankfurt um pure Action und Fahrspaß“
mit Klimakiller-SUVs erleben zu können.

„Mit Werbemillionen inszenieren sich BMW, Daimler und vor allem VW
gerade angesichts ihres sich aktuell zunehmenden Niedergangs als
Klimaversteher und kündigen zahlreiche Umwelt-Innovationen an. Das
erinnert fatal an die vermeintlich ‚grüne‘ IAA des Jahres 2007. In
Wirklichkeit treten die Hersteller bei alternativen Antrieben weiter
auf die Bremse. Aus der Erfahrung mit den nicht eingehaltenen
Versprechungen bewerten wir nur die tatsächlich bestellbaren Modelle
und nicht die für die Zukunft versprochenen Serienfahrzeuge,
Prototypen und Design-Studien“, so Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der DUH.

Besonders erschreckend ist die Situation nach Ansicht der DUH bei
den batterieelektrischen Fahrzeugen. Unter den weltweit zwanzig
meistverkauften Elektro-Pkw des Jahres 2018 findet sich kein einziges
Modell eines deutschen Herstellers. Zudem hat sich in den vergangenen
Monaten das Angebot an reinen Elektro-Pkw verringert. Aktuell können
nur noch drei Modelle konfiguriert und geliefert werden: der in die
Jahre gekommene i3 von BMW als einziger deutscher Elektro-Kompakt-Pkw
und zwei schwere und sündhaft teure Elektro-SUVs, der Mercedes EQC
und der Audi E-Tron. Drei andere, im In- und Ausland bekannte
deutsche Elektro-Modelle können aktuell nicht einmal mehr bestellt
bzw. konfiguriert werden: Still und heimlich wurden der
Elektro-Smart, der E-Golf und der E-Up aus dem jeweiligen
Konfigurator entfernt.

Selbst bei den wenigen für 2020 angekündigten neuen reinen
Elektro-Modellen ist in der volumenstarken Mittelklasse kein
deutsches Elektrofahrzeug geplant. Kia, Hyundai und Tesla mit dem
Model 3 definieren den aktuellen Standard.

„Die heute bestell- und verfügbaren Modelle der deutschen
Autokonzerne zeigen das ökologische, aber nun auch nicht mehr zu
leugnende industriepolitische Desaster einer gescheiterten
Mobilitätspolitik von Autokanzlerin Angela Merkel und ihrer
industriehörigen Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer.
BMW, Daimler und VW setzen weiterhin auf immer größere, schwerere und
klimaschädliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren – und die von ihnen
ferngesteuerte Bundesregierung lässt sie gewähren“, so Resch weiter.

Aktuell leisten sich die deutschen Hersteller einen absurden
Wettbewerb um den größten und längsten SUV: Die neuesten Modelle
passen nicht mehr in normale Parkbuchten und belegen in der Stadt oft
zwei Parkplätze. Mercedes übertrumpft mit dem 5,21 m langen GLS
Monster-SUV den zuvor kurzzeitig größten BMW X7. Da der Mercedes GLS
zu breit für Waschstraßen ist, knickt er seine Räder dort nach innen
ein. Das sind die absurden ‚Innovationen‘, auf die deutsche Autobauer
auch noch stolz sind.

„Wenn die Bundesregierung BMW, Daimler und VW keine Radikalkur in
Richtung Zukunftsfähigkeit und Umstieg auf alternative Antriebe
verordnet, werden diese in wenigen Jahren nur mehr ein Nischendasein
als Hersteller für Oldtimer-Ersatzteile spielen. Der Rückstand auf
die führenden Hersteller von batterieelektrischen Modellen beträgt
zwischenzeitlich fünf bis sieben Jahre. Die Digitalisierung scheitert
im analogverliebten Deutschland bereits am fehlenden Tempolimit. Erst
durch weltweit weitgehend einheitliche Höchstgeschwindigkeiten haben
die deutschen Autobauer überhaupt eine Chance, ihren Rückstand in der
Entwicklung und Erprobung teilautonomer Fahrassistenzsysteme
aufzuholen. Die Bundesregierung muss sich endlich eingestehen, dass
sie mit ihrer bisherigen Industriepolitik und vielen Fördermilliarden
gescheitert und mitverantwortlich dafür ist, dass die deutschen
Autokonzerne mit Vollgas auf eine Betonmauer zurasen“, kritisiert
Resch weiter.

Die DUH fordert von den Autokonzernen einen radikalen
Modellwechsel und freiwilligen Stopp der Entwicklung neuer schwerer
SUV-Modelle. Die dadurch freiwerdenden Ingenieursteams sollten mit
der Entwicklung von Elektrobussen und batterieelektrischer Pkw- und
Nutzfahrzeuge betraut werden. „Immer größere und durstigere
Geländefahrzeuge sind eine Kampfansage an die Mobilitätswende und
sollten zukünftig dem Revierförster in Berchtesgarden vorbehalten
sein“, so Resch.

Dass Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 drastisch
verfehlt, ist auch auf die auf kurzfristigen Profit angelegten
Fehlentscheidungen für rückständige, schmutzige Technik in den
Zentralen der hiesigen Autokonzerne zurückzuführen. Einzig im
Verkehrssektor bleiben die CO2-Emssionen gleich. Seit zwei Jahren
steigen die CO2-Emissionen von Neuwagen wieder an.

„Wir steuern mit Vollgas auf den Klima-Kollaps zu. Die
Gesellschaft hat die Dringlichkeit, zu handeln erkannt – im Gegensatz
zur Bundesregierung. Die einzige Antwort von Verkehrsminister Andreas
Scheuer sind mutlose aktionistische Maßnahmen. Der Versuch, die
Busspuren in unseren Städten mit Pkws und E-Scootern zu verstopfen,
ist ein Beispiel für seinen fortgesetzten Boykott der Verkehrswende.
Was wir stattdessen brauchen ist der große Wurf. Da die Autokonzerne
von sich aus nicht umsteuern, fordern wir die Bundesregierung auf,
den Ausstieg aus dem Verbrenner 2025 zu beschließen und so ein klares
Signal an die Autokonzerne zu senden, dass sich die Bundesregierung
nicht länger aus den Vorstandszentralen fernsteuern lässt. Nur so
werden die Autoindustrie wieder auf zukunftsweisenden Kurs gebracht
und die Klimaschutzziele erreicht“, sagt Barbara Metz,
Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Nach Ansicht der DUH ist ein Grund der aktuellen Krise der
deutschen Autobauer auch das verloren gegangene Vertrauen. Um dieses
speziell bei Autokäufern wiederherzustellen ist eine schonungs- und
lückenlose Offenlegung aller illegalen Abschalteinrichtungen in den
über 11 Millionen betroffenen Diesel- Fahrzeugen ebenso notwendig,
wie die Offenlegung der behördlichen CO2- und Stickstoff
(NOx)-Messprotokolle durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Außerdem fordert
die DUH ein klares Bekenntnis der Diesel-Konzerne zur
Hardware-Nachrüstung bei allen Betrugs-Diesel.

„Auch das konspirativ zwischen Industrie und Politik stattfindende
Falschspiel bei den Spritverbrauchs- und CO2-Angaben muss ein Ende
finden. Die Käufer von Neufahrzeugen dürfen nicht erst mit dem
Steuerbescheid über die korrekten CO2-Werte informiert werden,
sondern bereits beim Fahrzeugkauf“, so Metz weiter.

Norwegen, Dänemark, Frankreich oder China haben den Ausstieg aus
dem Verbrenner bereits beschlossen. Der Verbrenner-Ausstieg muss
durch ein auf effiziente Elektrofahrzeuge ausgerichtetes
Ordnungsrecht eingeleitet sowie einer entsprechenden Steuer- und
Anreizpolitik begleitet und unterstützt werden. Ein ernstgemeinter
und schneller Einstieg in die alternativen Antriebe muss sich
ausschließlich auf batterieelektrische Antriebe und Entwicklungen
beschränken.

Das von der Bundesregierung 2008 formulierte Ziel und die von den
Autokonzernen als Gegenleistung für viele Milliarden Fördermittel
versprochenen eine Million E-Fahrzeuge bis 2020 werden nicht
erreicht. Der Bestand an reinen Elektro-Pkw auf deutschen Straßen zum
Jahresbeginn 2019 betrug gerade 83.200 Fahrzeuge. Angesichts 47,1
Millionen insgesamt zugelassener Pkws sind dies nicht einmal 0,2
Prozent. Von 2008 bis 2019 ist zudem die Zahl der Pkws mit
Verbrennungsmotor um weitere 5,9 Millionen Fahrzeuge angewachsen. Um
die Klimaschutzziele zu erreichen, wären laut Umweltbundesamt 12
Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 nötig.

„Die Verbraucher fordern wir auf, ein deutliches Signal an die
Hersteller zu senden und keine Neuwagen mehr ohne effizienten
Elektromotor zu kaufen. Sie können sich bereits heute aus einem immer
vielseitigeren Angebot an Elektrofahrzeugen bedienen. Alternativ
sollten sie ihr aktuelles Fahrzeug so lange weiter nutzen. Wir
drängen daher vehement darauf, dass bereits zugelassene Diesel-Pkw
mittels Hardware-Nachrüstung überall fahren dürfen“, so Metz.

12-Punkte-Plan für Klimaschutz und eine zukunftsfähige
Automobilindustrie

Wie die deutsche Automobilindustrie ihre Glaubwürdigkeit
wiederherstellen muss

1. Die deutschen Automobilhersteller legen noch vor der Eröffnung
der IAA im September 2019 gegenüber der Öffentlichkeit und den 11
Millionen betroffenen Besitzern von Diesel-Pkw alle verbauten
Abschalteinrichtungen (defeat devices entsprechend der EU-Verordnung
715/2007) offen, und zwar unabhängig davon, ob sie diese für legal
halten oder bereits von Gerichten oder Behörden als illegal
eingestuft wurden.

2. Die Automobilkonzerne erklären vor der Eröffnung der IAA ihr
Einverständnis, dass das Bundesverkehrsministerium (BMVI) und das
Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) alle relevanten Diesel-Akten und vor allem
alle Messprotokolle der realen Abgas- wie CO2-Emissionen der vom
Diesel-Abgasbetrug betroffenen Fahrzeuge veröffentlicht werden. Die
DUH klagt seit fast vier Jahren auf deren Offenlegung und hat in
allen Instanzen die Verfahren gewonnen. Das BMVI und KBA weigern sich
jedoch unter Hinweis auf die Dieselkonzerne, die Urteile umzusetzen.

3. Die deutschen Autokonzerne verpflichten sich noch vor Eröffnung
der IAA, an allen 11 Millionen Diesel-Pkw der Abgasstufe Euro 5+6
eine für die Besitzer kostenfreie Hardware-Nachrüstung durchzuführen.
Diese Fahrzeuge sind von Diesel-Fahrverboten im In- wie Ausland
befreit.

4. Die Autokonzerne verpflichten sich zur Einstellung der
Entwicklung bzw. einem Verkaufsstopp von besonders klimaschädigenden
SUV-Modellen.

Was die Bundesregierung im September im Klimakabinett beschließen
muss

5. Klares Signal an die Autokonzerne und Sicherstellung einer
ausreichenden Nachfrage: Keine Neuzulassung von reinen
Verbrenner-Pkws in Deutschland ab dem 1.1.2025.

6. Umstrukturierung des Kraftfahrt-Bundesamts: (Rück-)Übertragung
der Zuständigkeit für die Kontrollen zur Einhaltung von CO2- oder
Abgasvorschriften im realen Betrieb auf der Straße an das
Umweltbundesamt.

7. Verhängung von 5.000 Euro Ordnungsstrafe pro Betrugsdiesel
gegenüber allen in- wie ausländischen Herstellern bzw. Importeuren
und damit einhergehend auch Beendigung eines
Vertragsverletzungsverfahrens der EU.

8. Beendigung der Täuschung von aktuell über 3 Millionen
Fahrzeugkäufern, denen die CO2-Emissionen erst nach der Zulassung mit
dem Kfz-Steuerbescheid mitgeteilt werden.

9. Unmittelbar wirksame Anreize für die Automobilindustrie,
effiziente und attraktive batterieelektrische Fahrzeuge zu
entwickeln: Beendigung der Dieselkraftstoff-Subventionierung sowie
eine Änderung der Kfz-Steuer mit einer Bonus-Malus-Regelung
entsprechend der realen CO2-Emissionen.

10. Einführung eines Tempolimits von 120 km/h auf Autobahnen,
Tempo 80 außerorts und Regelgeschwindigkeit von 30 km/h in der Stadt,
um die Wettbewerbsfähigkeit von E-Fahrzeugen zu verbessern, aber
auch, um die Digitalisierung bezüglich teilautonomer
Fahrassistenzsysteme überhaupt erst zu erleichtern bzw. zu
ermöglichen.

11. Angesichts 60 Prozent gewerblicher Neuzulassungen in
Deutschland: Keine Absetzbarkeit von Dienstwagen, deren CO2-Ausstoß
höher ist als der jeweilige EU-Jahreszielwert. Bewertung insbesondere
der Plug-In-Hybride an ihrem CO2-Ausstoß mit leerer Batterie.

Was der Verbraucher tun kann

12. Um ein klares Signal an die Industrie zu senden und die
Automobilkonzerne zu unterstützen, die effiziente Elektrofahrzeuge
anbieten: Die DUH ruft Verbraucher zu einem ‚Verbrenner-Fasten‘ auf,
d.h. keine neuen Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotors mehr zu
kaufen. Idealerweise Verzicht auf einen Pkw und Nutzung von Bahn,
Bus, Straßenbahn und Fahrrad. Falls dennoch ein Pkw angeschafft
werden soll: Beschränkung auf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb und
niedrigem Stromverbrauch oder den Neukauf so lange herauszögern, bis
ein geeignetes Fahrzeug mit alternativem Antrieb angeboten wird.

Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/22521/4353142

Dieselskandal – Anwälte klagen gegen Bundesrepublik Deutschland auf Schadensersatz aus Staatshaftung und kündigen massenhaft Klagen an; Bundesminister Scheuer am Pranger

Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Lahr (ots) – Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, eine der führenden Kanzleien im
Abgasskandal mit mehr als 12.000 Klagen, erhebt für zahlreiche
Geschädigte gegen die Bundesrepublik Deutschland Schadensersatzklagen
aus Staatshaftung. Es wurden bereits mehr als 40 Verfahren
eingeleitet und Hunderte weitere werden folgen. Die Kanzlei wirft den
handelnden Organen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur sowie dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) ein Staatsversagen
vor. Die Geschädigten sollen daher Schadensersatz von der
Bundesrepublik Deutschland erhalten. Sie sollen ihr Fahrzeug ohne
Zahlung einer Nutzungsentschädigung zurückgeben können.

Nach Ansicht der Kanzlei haben nicht nur Teile der
Automobilindustrie die Kunden geschädigt, sondern auch der Staat
selbst. Über all die Jahre will weder der zuständige Minister Scheuer
noch sein Vorgänger Dobrindt etwas über Manipulationen gewusst haben.
Selbst als 2015 der Skandal aufgedeckt wurde, konnte die Audi AG bis
2018 weiter manipulierte Fahrzeuge verkaufen. Weder das BMVI noch das
Kraftfahrtbundesamt wollen gemerkt haben, dass auch in diesen
Fahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut ist. Angeblich
hat man die Fahrzeuge getestet. Hier muss man sich die Frage stellen,
ob der Start weg gesehen oder schlichtweg versagt hat. Beides
begründet in jedem Fall einen Schadensersatzanspruch wegen
Staatshaftung.

Obwohl es auch bereits vor 2015 Hinweise auf illegale
Abschalteinrichtungen gab, haben weder das Bundesverkehrsministerium
noch das Kraftfahrtbundesamt gehandelt und hinreichende Prüfungen
vorgenommen. Deshalb wirft die Kanzlei den staatlichen Organen eine
mangelnde Überwachung und eine leichtfertige Erteilung der
Typengenehmigung vor. Weiterhin wird den jeweiligen zuständigen
Ministern im jeweiligen Zeitraum eine Beihilfe zum Betrug
vorgeworfen. Hätten die Behörden nicht derart leichtfertig die
Typengenehmigungen erteilt, wären die Kunden in dieser Form nie
geschädigt worden. Nunmehr müssen der Staat und die handelnden
Personen in der Politik endlich die Verantwortung für die Misere
übernehmen und den Geschädigten den entstandenen Schaden ersetzen.
Nur so kehrt Glaubwürdigkeit in die Politik zurück.

Weiterhin wird der Bundesrepublik eine mangelnde Umsetzung der
Typengenehmigungsrichtlinie vorgeworfen. Nach dieser Richtlinie
müssen abschreckende Strafen für die Verletzung der Richtlinie
vorgesehen werden. Solche Strafen gibt es offensichtlich im deutschen
Recht nicht, weshalb es erst zu diesem massenhaften Betrug am
Verbraucher gekommen ist.

Die Kanzlei verklagt die Bundesrepublik außerdem auf Auskunft.
Bisher möchten weder der Minister Scheuer durch das BMVI noch das KBA
den Geschädigten Auskunft über die Rückrufe erteilen. Die Akten
werden geheim gehalten mit fadenscheinigen Argumenten. Es besteht
keinerlei Aufklärungswille. Offensichtlich will der Minister Scheuer
die Autoindustrie schützten, anstatt seine Bürger zu unterstützen.
Deshalb werden massenhaft Klagen nach dem Informationsfreiheitsgesetz
eingereicht.

Die Geschädigten haben jahrelang zugesehen, wie sich die Politik
versucht aus der Verantwortung zu ziehen. Sind es nunmehr leid und
klagen deshalb. Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll teilt dazu mit: „Wir
werden allen rechtlichen Mitteln gegen das Handeln der Politik
vorgehen. Es kann nicht sein, dass sich die Politik aus der
Verantwortung zieht, die Automobilindustrie schützt und der Bürger
auf der Strecke bleibt. Nur deshalb kommt es zu einem massiven
Vertrauensverlust in der Bevölkerung, den wir so nicht hinnehmen
werden. Wir werden deshalb massenhaft Klagen gegen die Bundesrepublik
einreichen. Andernfalls verlieren die Bürger den Glauben an den
Rechtsstaat.“

Bei der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
handelt es sich mit 5 Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht um
eine der führenden Kanzleien im VW Abgasskandal und im Bank- und
Kapitalmarktrecht. Die Kanzlei führt mehr als 200 Gerichtsverfahren
gegen verschiedene Autobanken wegen des Widerrufs von Autokrediten.
Im Widerrufsrecht bezüglich Darlehensverträgen wurden mehr als 5.000
Verbraucher beraten und vertreten. Daneben führt die Kanzlei mehr als
12.000 Gerichtsverfahren im Abgasskandal bundesweit und konnte
bereits hunderte positive Urteile erstreiten. In dem renommierten
JUVE Handbuch 2017/2018 und 2018/2019 wird die Kanzlei in der Rubrik
Konfliktlösung – Dispute Resolution, gesellschaftsrechtliche
Streitigkeiten besonders empfohlen für den Bereich
Kapitalanlageprozesse (Anleger). Die Rechtsanwälte Dr. Stoll & Sauer
führen in einer Spezialgesellschaft die erste
Musterfeststellungsklage gegen die Volkwagen AG für den
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Pressekontakt:
Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Einsteinallee 1/1
77933 Lahr
Telefon: 07821 / 92 37 68 – 0
Fax: 07821 / 92 37 68 – 889
Mobil für Presseanfragen: 0163/6707425
kanzlei@dr-stoll-kollegen.de
https://www.dr-stoll-kollegen.de/
https://www.dieselskandal-anwalt.de/
https://www.vw-schaden.de/

Original-Content von: Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/105254/4353271