Für Arbeitsplätze und 5000 neue Wohnungen: CSU-Fraktion ermöglicht Grundstückstausch in Vaterstetten

CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

München (ots) – Auf Initiative der CSU-Fraktion hat der
Haushaltsausschuss des Landtags den Weg für die Ansiedlung von BMW
und Krauss Maffei Maschinenbau in Vaterstetten freigemacht. Dadurch
können Arbeitsplätze in der Region München gesichert und gleichzeitig
bis zu 5000 neue Wohnungen gebaut werden.

Dafür hat der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen unter
Leitung von Josef Zellmeier heute einem Grundstückstausch in
Vaterstetten zwischen dem Freistaat Bayern und der Gemeinde
Vaterstetten zugestimmt. Damit wird den Unternehmen BMW und Krauss
Maffei Maschinenbau die Nutzung neuer Gewerbeflächen für
Logistikzentren und Produktion ermöglicht. Gleichzeitig werden auf
den bisher von den Unternehmen genutzten Arealen in München bis zu
5000 neue Wohnungen gebaut.

Josef Zellmeier: „Wir freuen uns sehr, dass wir hier eine
Win-Win-Situation schaffen konnten. Zum einen werden Arbeitsplätze in
der Region erhalten und sogar neu geschaffen. Zum anderen entstehen
auf den freiwerdenden Arealen, die die Unternehmen in München bisher
genutzt haben, neue Wohnungen.“

Mit der Zustimmung zu diesem Grundstückstausch reagiere die
CSU-Fraktion auf entsprechende Hilfeersuchen seitens der Unternehmen
BMW und Krauss Maffei Maschinenbau. Beide werden bisher genutzte
Standorte in München aufgeben müssen. Ziel war es demnach, im Sinne
der Beschäftigten hier Arbeitsplätze im Münchner Umland zu sichern
und neu zu schaffen, so der zuständige Berichterstatter der
CSU-Fraktion, Ernst Weidenbusch. Die Stadt München könne nun zudem
5000 neue Wohnungen auf bisher von den Unternehmen genutzten Arealen
bauen.

Der Freistaat Bayern erhält im Gegenzug für die zur Verfügung
gestellte Fläche entsprechende Ausgleichsflächen, die das Staatsgut
Grub dann entsprechend landwirtschaftlich nutzen kann.

Die Vertragsdetails wurden in nichtöffentlicher Sitzung behandelt.

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Ursula Hoffmann
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Accenture eröffnet Customer Experience Center rund um die Zukunft der Mobilität / Neues Center in Stuttgart zeigt neueste, digitale Innovationen der Automobilbranche und des Fahrzeughandels (FOTO)

Accenture

Stuttgart (ots) –

Accenture hat sein neues Customer Experience Center eröffnet, das
Automobilhersteller, Händler und Mobilitätsanbieter dabei
unterstützen soll, die Zukunft der Mobilitätsindustrie
voranzutreiben.

Das neue Customer Experience Center, das vornehmlich auf digitale
und Mixed Reality-Technologien spezialisiert ist, befindet sich auf
dem Bosch Areal in Stuttgart. Entwickelt haben es Accenture und
dessen Tochterunternehmen Mackevision, die Teil von Accenture
Interactive sind, die es zukünftig auch betreiben werden. Mackevision
ist Marktführer im Bereich computergenerierter Bild- und immersiver
Content-Lösungen und nutzt dafür datenbasierte Visualisierung. Das
Customer Experience Center wird Automobilunternehmen dabei
unterstützen, neue Wachstumsmöglichkeiten im Markt zu identifizieren
und die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

In innovativen Design Thinking-Sessions und Workshops ermöglicht
das Center Automobilherstellern und Händlern, gemeinsam Prototypen
und branchenführende Lösungen schnell zu entwickeln. Dabei kommen
neueste Innovationen wie Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen
und Connected Car Features zum Einsatz, um Lösungen für die
geschäftlichen Herausforderungen der Branche zu entwickeln. Ziel ist
es, Mobilitätsanbieter bei der Transformation ihrer
Geschäftsaktivitäten zu unterstützen und ihnen mithilfe modernster
Customer Experience dabei zu helfen, den Bedürfnissen ihrer Kunden im
Hinblick auf digitale und vernetzte Produkte sowie Dienstleistungen
gerecht zu werden.

Auf 120 Quadratmetern bietet das Center eine Reihe von immersiven
Showcases und modernsten Technologien, die zeigen, wie sich digitale
und physische Erlebnisse entlang von Verkaufs- und Serviceprozessen
im Automobilbereich einbinden lassen können. Unter anderem erwartet
Besucher im Customer Experience Center:

– Showcases zur virtuellen und physischen Kundenbindung. Das
Center zeigt, wie die neusten digitalen Technologien genutzt werden
können, um eine nahtlose Customer Experience auf virtueller Ebene zu
ermögliche, die schon beim Endkunden zu Hause beginnt – zum Beispiel
durch die Konfiguration und Visualisierung von Fahrzeugen mit Hilfe
von Mixed Reality in einer physikalischen Umgebung.

– Digitaler Showroom. Im digitalen Showroom unterstützen
Accenture-Experten Kunden dabei, neue und innovative Handelsformate
zu entwickeln, die es Endkunden ermöglichen, mit den Produkten der
Hersteller auf digitaler und physischer Ebene zu interagieren.
Beispielsweise kreieren „virtuelle Promotoren“ oder „vernetzte
Testfahrten“ ein nahtloses und reibungsloses
Online-to-Offline-Erlebnis für den Endverbraucher.

– Händler-Arbeitsplatz. Dieser Teil des Customer Experience
Centers ermöglicht es Kunden, sich das Potenzial von Analytik
entlang der Customer Journey zunutze zu machen – mit Hilfe eines
360°-Blicks auf den Kunden. Durch den Einsatz von
standortbezogenen Dienstleistungen können Händler das konkrete
Interesse von Kunden an bestimmten Produkten der Hersteller im
Showroom verfolgen. Mithilfe gezielter Datenaggregation sind so
nach dem Verkauf eine personalisierte Kundenkommunikation und
die gezielte Aftermarket-Ansprache möglich.

„Wir stehen am Anfang einer neuen Ära der Automobilindustrie, in
der moderne Mobilitätsservices bisherige Produkte und traditionelles
Kaufverhalten ablösen“, erklärt Axel Schmidt, Senior Managing
Director und Global Automotive Lead von Accenture. „Unser neues
Customer Experience Center ermöglicht es Kunden, digitale und Mixed
Reality-Lösungen für ein neues Mobilitäts-Ökosystem zu erleben, ohne
dabei die Kundenorientierung aus dem Blick zu verlieren. Ziel ist es,
Automobilhersteller bei der Transformation von Kernprozessen,
Kundenerlebnissen und Geschäftsmodellen zu unterstützen.“

Armin Pohl, CEO von Mackevision, ergänzt: „Interaktive und
zunehmend personalisierte Lösungen am Point of Sale (PoS) spielen im
Zeitalter der Digitalisierung eine zentrale Rolle – insbesondere in
der Automobilindustrie. Wir kombinieren Inhalte und modernste
Technologien, um so einzigartige und innovative End-to-End-Lösungen
zu entwickeln, die sich klar an den Zielgruppen unserer Kunden
orientieren. Besucher erleben so das perfekte Zusammenspiel von
digitalem Content, physischen Exponaten und neuen Produktlösungen.“

Das Customer Experience Center wird sich zunächst auf die
Automobilindustrie konzentrieren. Im Laufe der Zeit werden Accenture
und Mackevision das Zentrum auch auf andere mobilitätsnahe Branchen
wie Reisen, Transport, Einzelhandel und Konsumgüter ausweiten.

Über Mackevision

Mackevision Medien Design GmbH zählt zu den Weltmarktführern für
Computer Generated Imagery (CGI). Dazu gehören die Bereiche
datengestützte 3D-Visualisierung, Echtzeitanwendungen, Animation und
visuelle Effekte. Das Unternehmen gestaltet und produziert Bild- und
Filminhalte sowie interaktive Anwendungen in High-End-Qualität,
entwickelt Technologielösungen zur hochautomatisierten
Medienproduktion und begleitet den gesamten CGI-Prozess von der
Datenaufbereitung über die kreative Gestaltung bis zum Endprodukt.
Das international aufgestellte Team betreut Großkonzerne,
mittelständische Unternehmen und deren Agenturen. Mackevision wurde
1994 gegründet und gehört seit 2018 zu Accenture Interactive. Heute
arbeiten mehr als 600 Mitarbeiter am Hauptsitz Stuttgart sowie an den
Standorten München, Hamburg, Birmingham, Florenz, Detroit, Los
Angeles, New York, Peking, Shanghai, Seoul, Tokio und Singapur.

Mehr Details unter www.mackevision.com

Kontakt
Youssef Zauaghi
Accenture – Automotive & Industrial Equipment
Tel.: +49 (0) 175 57 66458
E-Mail: youssef.zauaghi@accenture.com
www.accenture.de/presse

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Wo bleibt der Mensch in der „klugen“ Fabrik? / 140 Unternehmer beim Smart Factory Day im Porsche Werk Leipzig (FOTO)

Porsche Consulting GmbH

Stuttgart/Leipzig (ots) –

Wie sieht die „kluge“ Fabrik der Zukunft aus? Darüber informierten
sich am Mittwoch 140 Topmanager aus Europa, China und Brasilien im
Leipziger Porsche Werk. Eingeladen zum Smart Factory Day hatte die
international tätige Managementberatung Porsche Consulting, eine
Tochter des Sportwagenherstellers. Albrecht Reimold, Vorstand
Produktion und Logistik der Porsche AG, stellte den Gästen aus den
unterschiedlichsten Branchen am Beispiel des neuen vollelektrischen
Sportwagens Taycan (Weltpremiere im September) vor, wie die Fabrik
der Zukunft bei Porsche in Stuttgart und Leipzig aussehen wird.
Reimold: „Klug, schlank und umweltfreundlich, diese Elemente müssen
in einer Fabrik wie dem Porsche Werk Leipzig dargestellt werden.“ Der
Porsche Vorstand appellierte auch an die Zulieferer und
Logistikdienstleister, ihren Teil zur Industrie der Zukunft
beizutragen: „Es geht in der Industrie 4.0 nicht mehr alleine.
Kooperationen sind ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.“

Eberhard Weiblen, Chef von Porsche Consulting betonte, dass
„smart“ nicht nur Technologie bedeuten dürfe: „Wir können und wollen
auf den Menschen als Mitarbeiter nicht verzichten. Für die Zukunft
geht es um die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Ich bin
überzeugt, dass beide zusammen viel bessere Ergebnisse erzielen als
jeder für sich alleine. Erst die Verbindung der einzigartigen
menschlichen Intelligenz mit den grenzenlos erscheinenden
Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz führt zu einer neuen
Qualität. Mit dieser Kombination wird die Fabrik zum starken Rückgrat
des Geschäftsmodells – ganz egal in welcher Industrie.“

Pressekontakt:
Heiner von der Laden
Leiter Kommunikation und Marketing
Porsche Consulting GmbH
74321 Bietigheim-Bissingen

Telefon: +49 (0) 711 911 1 21 21
Mobil: +49 (0) 170 911 4110
E-Mail: heiner.von.der.laden@porsche.de
Website: www.porsche-consulting.com

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Produktionsstart für das neue City-SUV SKODA KAMIQ (FOTO)

Skoda Auto Deutschland GmbH

Mladá Boleslav (ots) –

– Kompaktes City-SUV läuft im Stammwerk in Mladá Boleslav vom Band
– KAMIQ als drittes SUV-Modell von SKODA für den europäischen
Markt
– SKODA KAMIQ: der optimale Alltagsbegleiter für eine junge,
Lifestyle-orientierte Zielgruppe

Gestern ist im SKODA Stammwerk in Mladá Boleslav der erste SKODA
KAMIQ vom Band gerollt. Mit dem kompakten City-SUV rundet SKODA seine
Modellpalette im SUV-Segment nach unten ab. Der KAMIQ ist neben
KODIAQ und KAROQ das dritte SKODA SUV für den europäischen Markt und
kombiniert die Vorteile eines SUV wie eine größere Bodenfreiheit oder
eine höhere Sitzposition mit der Agilität eines Kompaktfahrzeugs.

Im SKODA Stammwerk Mladá Boleslav ist die Serienproduktion des
neuen City-SUV SKODA KAMIQ angelaufen. Neben dem neuesten Mitglied
der SKODA Modellpalette entstehen dort auch die Modellreihen OCTAVIA,
FABIA, SCALA und KAROQ.

Dr. Michael Oeljeklaus, SKODA AUTO Vorstand für Produktion und
Logistik, betont: „Der Beginn der Serienfertigung eines neuen SKODA
Modells ist für uns jedes Mal etwas Besonderes. In den letzten
Monaten haben wir in der Produktion und Logistik alle Voraussetzungen
getroffen, um mit dem KAMIQ einen erfolgreichen Einstand im Segment
der City-SUV zu geben und sind überzeugt: SKODA typisch wird auch der
KAMIQ unsere Kunden mit hoher Qualität und vielen praktischen
Features begeistern.“

Für die Fertigung des KAMIQ hat SKODA in Mladá Boleslav rund 100
Millionen Euro investiert. Die Fertigungsstraße wurde für die
MQB27-Plattform angepasst, außerdem wurden neue Presswerkzeuge
gefertigt. In der Lackiererei sowie in den Bereichen Karosseriebau
und Endmontage wurden neben grundlegenden Änderungen auch
Detailänderungen vorgenommen, zum Beispiel um die Montage der neuen
zweigeteilten Scheinwerfer mit LED-Technologie zu ermöglichen. Pro
Tag verlassen 400 neue KAMIQ das Werk in Mladá Boleslav.

Der neue SKODA KAMIQ basiert auf dem Modularen Querbaukasten des
Volkswagen Konzerns und überzeugt mit modernen Assistenz- und
Infotainmentsystemen, emotionalem Design sowie zahlreichen Simply
Clever-Lösungen. Sein üppiges Raumangebot macht ihn für Familien und
Lifestyle-orientierte Nutzer gleichermaßen zum perfekten Begleiter.

Mit einer Länge von 4.241 Millimetern bietet der KAMIQ ein
großzügiges Raumangebot für alle Passagiere und Gepäck. Dank moderner
Assistenzsysteme, effizienter, sparsamer Motoren sowie modernster
Konnektivitätslösungen ist er perfekt auf die Anforderungen einer
jüngeren, urbanen Zielgruppe zugeschnitten. Auch beim Antrieb
entspricht SKODA den Wünschen der Kunden in diesem Fahrzeugsegment
und bietet das neue City-SUV ausschließlich mit Frontantrieb an.

Weitere Informationen zum neuen SKODA KAMIQ finden Sie auf dem
SKODA Online-Medienportal www.skoda-media.de.

Pressekontakt:
Ulrich Bethscheider-Kieser
Leiter Produkt- und Markenkommunikation
Telefon: +49 6150 133 121
E-Mail: ulrich.bethscheider-kieser@skoda-auto.de

Karel Müller
Media Relations
Telefon: +49 6150 133 115
E-Mail: Karel.Mueller@skoda-auto.de

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Daimler Dieselskandal – Landgericht Stuttgart verurteilt die Daimler AG erneut zu Schadensersatz (Mercedes GLK 250 CDI Euro 5); Rückruf durch das KBA ist irrelevant

Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Lahr (ots) – In einem von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH geführten Verfahren vor dem Landgericht
Stuttgart, 23 O 127/18 hat das Landgericht am 25.06.2019 die Daimler
AG zu Schadensersatz bei einem Mercedes-Benz GLK 250 CDI Euro 5
verurteilt. Das Gericht wird in der Daimler AG bei einem nicht
zurückgerufenen Fahrzeug eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung
des Käufers vor.

Der Kläger erwarb im Jahre 2012 bei einem Händler einen
Mercedes-Benz GLK 250 CDI. Das Fahrzeug ist mit dem Motor OM 651
ausgestattet. Als es in der Vergangenheit zu der Berichterstattung
über mögliche Manipulationen bei Daimler bzw. Mercedes kam,
entschloss sich der Kläger, Ansprüche gegenüber der Daimler AG
geltend zu machen. Die Daimler AG bestritt, dass das Fahrzeug
manipuliert ist. Nachdem die Ansprüche zurückgewiesen wurden, erhob
er über seine Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vor dem Landgericht Stuttgart Klage.
Dieser Klage gab das Landgericht gegen die Daimler AG nunmehr
teilweise statt.

Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass es zumindest zum
damaligen Zeitpunkt für den Mercedes-Benz GLK noch keinen Rückruf
gab, weil das Fahrzeug der Euro-5-Norm unterliegt. Zum damaligen
Zeitpunkt soll es lediglich Rückrufe für Fahrzeuge der Euro-6b-Norm
gegeben haben. Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch für das Modell
GLK 220 CDI ein Rückruf durch das Kraftfahrtbundesamt erfolgt sein
soll. Obwohl das Fahrzeug GLK 250 CDI offiziell noch nicht
zurückgerufen wurde, steht dem Kläger nach Ansicht des Landgerichts
Stuttgart dennoch ein Schadensersatzanspruch gegen die Daimler AG zu.
Das Landgericht Stuttgart begründet in einer sehr ausführlichen
Entscheidung den Schadensersatzanspruch damit, dass die Daimler AG
den Kläger vorsätzlich, sittenwidrig gemäß § 826 BGB geschädigt habe.

Unzulässige Abschalteinrichtung durch Thermofenster

Das Fahrzeug verfügt über eine unzulässige Abschalteinrichtung in
der Form eines Thermofensters. Unstreitig wird die
Abgasrückführungsrate unter anderem anhand der Lufttemperatur
gesteuert, wobei bei niedrigen Umgebungstemperaturen die
Abgasrückführung nur in geringerem Umfang stattfindet als bei
Umgebungstemperaturen, wie sie auf dem Prüfstand anzutreffen sind. Es
liegt ein sogenanntes Thermofenster vor. Die Daimler AG hatte dies in
dem Verfahren zugestanden. Die Daimler AG begründet diese
Abschalteinrichtung damit, dass sie zwingend notwendig sei, um den
Motor zu schützen. Dem erteilte das Landgericht Stuttgart eine klare
Absage. Die Daimler AG hat nicht hinreichend konkret vorgetragen,
warum genau diese Abschalteinrichtung zwingend notwendig ist. Da eine
Abschalteinrichtung jedoch nur in engen Grenzen ausnahmsweise
zulässig ist, hält das Gericht die von der Daimler AG verwendete
Abschalteinrichtung für unzulässig.

Vorstand bzw. verfassungsmäßige Vertreter der Daimler AG hatten
Kenntnis

Das Landgericht geht weiterhin davon aus, dass verfassungsmäßige
Vertreter der Daimler AG Kenntnis hatten von den
Abschalteinrichtungen. Begründet wird dies damit, dass die Daimler AG
nicht hinreichend Stellung genommen hat zu der Kenntnis des
Vorstandes. Deshalb gilt die Kenntnis als zugestanden.

Schadensersatz

Der Kläger kann im Rahmen des Schadensersatzanspruchs sein
Fahrzeug gegen Rückzahlung des Kaufpreises abzüglich einer
Nutzungsentschädigung zurückgeben.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll, der das Verfahren federführend führt
und mehr als 11.000 Gerichtsverfahren im Abgasskandal eingereicht und
mehr als 1000 Urteile Gunsten der Geschädigten erstritten hat, teilt
mit: „Mit diesem Urteil bestätigt das Landgericht Stuttgart unsere
Auffassung, dass den Geschädigten bei Mercedes ebenfalls
Schadensersatzansprüche zustehen und zwar auch dann, wenn es
überhaupt keinen Rückruf für das Fahrzeug gibt. Geschädigte sollten
daher Ihre Ansprüche geltend machen. Wir haben bereits weitere
zahlreiche Klagen gegen Daimler eingereicht und es werden noch
hunderte folgen. Die Chancen für die Geschädigten sind
außerordentlich gut.“

Bei der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
handelt es sich mit 5 Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht um
eine der führenden Kanzleien im VW Abgasskandal und im Bank- und
Kapitalmarktrecht. Die Kanzlei führt mehr als 200 Gerichtsverfahren
gegen verschiedene Autobanken wegen des Widerrufs von Autokrediten.
Im Widerrufsrecht bezüglich Darlehensverträgen wurden mehr als 5.000
Verbraucher beraten und vertreten. Daneben führt die Kanzlei mehr als
11.000 Gerichtsverfahren im Abgasskandal bundesweit und konnte
bereits hunderte positive Urteile erstreiten. In dem renommierten
JUVE Handbuch 2017/2018 und 2018/2019 wird die Kanzlei in der Rubrik
Konfliktlösung – Dispute Resolution, gesellschaftsrechtliche
Streitigkeiten besonders empfohlen für den Bereich
Kapitalanlageprozesse (Anleger). Die Rechtsanwälte Dr. Stoll & Sauer
führen in einer Spezialgesellschaft die erste
Musterfeststellungsklage gegen die Volkwagen AG für den
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Pressekontakt:
Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Einsteinallee 1/1
77933 Lahr
Telefon: 07821 / 92 37 68 – 0
Fax: 07821 / 92 37 68 – 889
Mobil für Presseanfragen: 0163/6707425
kanzlei@dr-stoll-kollegen.de
https://www.dr-stoll-kollegen.de/
https://www.dieselskandal-anwalt.de/
https://www.vw-schaden.de/

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https://www.presseportal.de/pm/105254/4317640

Kfz-Gewerbe: DUH mahnt vor allem geringfügige Verstöße ab

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Bonn (ots) – Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
(ZDK) bedauert, dass der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem heutigen
Urteil die massenweise rechtliche Verfolgung von Bagatellverstößen
durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nicht als missbräuchlich
erachtet hat. Eine genaue Analyse sei erst nach Vorliegen der
Urteilsgründe möglich, so ein ZDK-Sprecher.

Allerdings wende sich der ZDK entschieden gegen die Aussagen von
DUH-Geschäftsführer Resch, die DUH kontrolliere mangels Tätigwerden
der Behörden vor allem die Automobilindustrie und verfolge nur
gravierende Verstöße. Beides sei falsch. Zum einen seien Angriffsziel
der DUH weit überwiegend kleine und mittelständische Autohäuser. Zum
anderen würden typischerweise banale Verstöße abgemahnt, vor allem
gegen die Pkw-Energieverbrauchs-Kennzeichnungsverordnung. Dabei gehe
es beispielsweise um die Schriftgröße der notwendigen Hinweise oder
deren Platzierung in einer Anzeige und zunehmend auch um optisch
fehlerhaft platzierte Hinweise auf Verbrauch und CO2-Emissionen beim
Teilen von Texten in sozialen Netzwerken. Hierdurch verschaffe sich
die DUH Millioneneinnahmen, während seriöse Wettbewerbs- und
Verbraucherschutzvereinigungen von der Verfolgung solcher Lappalien
die Finger ließen. Der ZDK werde nicht nachlassen in seinen
Anstrengungen, hiergegen vorzugehen.

Pressekontakt:
Ulrich Köster, ZDK-Pressesprecher
Tel.: 0228/ 91 27 270
E-Mail: koester@kfzgewerbe.de

Original-Content von: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/7865/4315349

Autogas: Positive Halbjahresbilanz bei den Neuzulassungen / Deutscher Verband Flüssiggas sieht KBA-Daten auch als Signal an Automobilhersteller

Deutscher Verband Flüssiggas e. V.

Berlin (ots) – Die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlichte
Halbjahresbilanz zeigt für Autogas-Fahrzeuge wieder einen satten
Zuwachs bei den Neuzulassungen. Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V.
(DVFG) appelliert anlässlich der positiven Entwicklung an
Automobilhersteller, wieder verstärkt auf Neufahrzeuge mit
Autogas-Antrieb zu setzen.

Im ersten Halbjahr 2019 verzeichneten Autogas-Fahrzeuge laut KBA
im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Plus von 93,2
Prozent bei den Neuzulassungen. „Damit wird einmal mehr deutlich,
dass die emissionsarme Alternative Autogas für Verbraucher
interessant bleibt“, betont der DVFG-Vorsitzende Rainer Scharr
anlässlich der positiven Halbjahresbilanz. Die Flüssiggas-Branche
wünsche sich, dass dieses Signal auch von Automobilherstellern
aufgegriffen und das Angebot an Neufahrzeugen mit Autogas-Antrieb
wieder ausgebaut werde. Aktuell handle es sich bei den Autogas-Pkw
auf Deutschlands Straßen vor allem um umgerüstete Fahrzeuge. „Wir
sind jedoch überzeugt, dass eine breitere Auswahl an Neufahrzeugen
bei vielen Verbrauchern auf echtes Interesse stoßen würde“, so
Scharr. Dies gelte insbesondere für Vielfahrer und Pendler auf der
Suche nach emissionsarmen Fahrzeugen, die weder auf überzeugende
Reichweiten noch auf eine gut ausgebaute Infrastruktur verzichten
wollen. Autogas erfülle diese Ansprüche mit bundesweit rund 7.100
Tankstellen mühelos und bleibe auch preislich weiterhin attraktiv, so
Scharr. Im Juni 2019 lag der Autogas-Preis bei durchschnittlich 61,2
Cent pro Liter.

Energieträger Flüssiggas:

Flüssiggas (LPG) besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und
wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger
verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Flüssiggas wird für Heiz-
und Kühlzwecke, als Kraftstoff (Autogas), in Industrie und
Landwirtschaft sowie im Freizeitbereich eingesetzt.

Pressekontakt:
Sabine Egidius
Tel.: 030 / 29 36 71 – 22
E-Mail: presse@dvfg.de
Deutscher Verband Flüssiggas e. V.

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https://www.presseportal.de/pm/112641/4314741

VDA-Präsident Bernhard Mattes: „Mobilität von morgen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ (AUDIO)

VDA Verband der Automobilindustrie e.V.

Berlin (ots) –

Bei der Halbjahres-Pressekonferenz betont die Industrie, dass sie
entschlossen ist, zum Erreichen der Klimaziele beizutragen

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Die deutschen Automobilhersteller und ihre Zulieferer investieren
massiv in Elektromobilität und alternative Antriebe, in
Digitalisierung und Vernetzung. Bei der Halbjahres-Pressekonferenz
des VDA heute in Berlin betonte Verbandspräsident Bernhard Mattes den
Willen dieser Leitindustrie, auch in Zukunft auf den Weltmärkten vorn
mitzuspielen.

O-Ton Bernhard Mattes

Die deutsche Automobilindustrie ist entschlossen, zum Erreichen
der Klimaschutzziele beizutragen. Dafür arbeiten Hersteller und
Zulieferer an vielen neuen Produkten und Dienstleistungen, um für
alle Mobilitäts- und Transportwünsche überzeugende Lösungen anbieten
zu können. Richtig ist aber auch: Alternative Antriebe entfalten nur
dann ihre volle CO2-Wirkung, wenn sie auf Basis regenerativer
Energien verwendet werden. Mobilitätswende auf der einen Seite und
Energiewende auf der anderen Seite sind zwei Seiten einer Medaille.
(0’35)

Die deutsche Automobilindustrie investiert in den kommenden drei
Jahren 40 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung. Bis 2023
werden die Hersteller über 150 Elektro-Modelle anbieten und damit ihr
Angebot verfünffachen. Auch wenn der Schwerpunkt auf der
Elektromobilität liegt, wird an alternativen Antrieben und
Kraftstoffen gearbeitet. Dazu gehören klimaneutrale E-Fuels, CNG und
Wasserstoff. Mattes forderte ein koordiniertes Vorgehen auf allen
Ebenen und den Abbau von Hemmnissen. Er warnte die Politik aber, die
CO2-Ziele immer weiter zu verschärfen:

O-Ton Bernhard Mattes

Von 28 EU-Ländern werden in den nächsten Jahren vier oder fünf die
Hauptlast der Zielerreichung für die ganze EU tragen müssen, denn in
vielen anderen Staaten sind die infrastrukturellen Voraussetzungen
überhaupt nicht gegeben und die Menschen verfügen auch nicht über die
Mittel, in die Elektromobilität einzusteigen, und das in großer Zahl.
Deswegen: Eine zusätzliche Verschärfung der CO2-Ziele, die vor allem
in Deutschland diskutiert wird, ist für uns hoch problematisch. Wir
bekennen uns zum Pariser Klimaschutzziel. Wir bekennen uns und wollen
entschlossen die CO2-Reduktionsziele bis 2030 umsetzen, eine weitere
Verschärfung würde die Aufgabe aber sehr, sehr schwer machen. (0’40)

Bis 2030 fordert die EU eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von
37,5 Prozent. Das bedeutet: Im Jahr 2030 müssen in Deutschland
zwischen 7 und 10,5 Millionen E-Autos im Bestand sein. Für den
VDA-Präsident eine große Herausforderung:

O-Ton Bernhard Mattes

Die Unternehmen brauchen Verlässlichkeit. Verlässlichkeit ist ein
hohes Gut. Wir haben uns auf diese Zielwerte eingerichtet, wir
arbeiten intensiv daran, mit allen Anstrengungen, das zu erreichen.
Und von wenigen hunderttausend Fahrzeugen auf viele Millionen in zehn
Jahren zu kommen zeigt, wie groß die Aufgabe ist. (0’20)

Ein zentraler Punkt ist die Ladestruktur. Sie muss im öffentlichen
und privaten Raum rasch, nachhaltig und flächendeckend ausgebaut
werden. Momentan verfügt Deutschland über 17.400 Ladepunkte,
notwendig aber sind bis zum Jahr 2030 eine Million. Um die Klimaziele
zu erreichen, braucht es alle Kräfte in Deutschland.

O-Ton Bernhard Mattes

Im Transformationsprozess brauchen wir starke Partner in Politik
und Gesellschaft. Notwendig sind deutlich sichtbare politische
Impulse, um die Weichen für die Mobilität von morgen zu stellen, vor
allem bei der Ladeinfrastruktur. Mobilität von morgen ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das lässt sich nicht an eine Branche
delegieren. Alle Akteure – Politik, Industrie, Gesellschaft – müssen
ihren Teil dazu beitragen, damit die Transformation zum Erfolg wird
und wir in das Zeitalter der nachhaltigen Mobilität der Zukunft
eintreten, und das erfolgreich. (0’35)

Abmoderation:

Die Halbjahresbilanz auf dem deutschen Pkw-Markt ist positiv: In
den ersten sechs Monaten des Jahres wurden gut 1,8 Millionen Pkw neu
zugelassen. Das ist das höchste Marktvolumen in einem ersten Halbjahr
in diesem Jahrzehnt.

Pressekontakt:
Ansprechpartner:
VDA, Eckehart Rotter, 030 897842 120
all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

Original-Content von: VDA Verband der Automobilindustrie e.V., übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/32847/4312830

Überprüfung des Textilbündnisses durch die OECD – Chance für Verbesserungen

Zivilgesellschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien

Berlin / Bonn (ots) – Zur Berlin Fashion Week feiert sich die
Modeindustrie – doch Fragen nach sozialen und ökologischen Folgen
kommen wie jedes Jahr zu kurz. Das 2014 gegründete Bündnis für
nachhaltige Textilien ist angetreten, die Missstände in den globalen
Textillieferketten schrittweise zu beseitigen. Die Bilanz ist bisher
mager. Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt die Anpassung des
Review-Prozesses. Die Zivilgesellschaft im Textilbündnis sieht in der
jetzt geplanten Reform eine Chance, das Bündnis effektiver zu machen.

Die Kritik der OECD entspricht in zentralen Punkten den bisherigen
Forderungen der Zivilgesellschaft. Das Textilbündnis erwartet von
seinen Mitgliedsunternehmen, dass sie Maßnahmen zur Beseitigung oder
Verringerung menschenrechtlicher und umweltbezogener Risiken in ihren
Lieferketten treffen. Ein unabhängiges Überprüfungsverfahren soll
sicherstellen, dass Mitgliedsunternehmen dieser Anforderung
nachkommen. Bisher bewertet dieser Review-Prozess jedoch weder, ob
die Unternehmen die wichtigsten Risiken identifiziert haben, zum
Beispiel viel zu niedrige Löhne oder Klimaemissionen, noch ob die
getroffenen Maßnahmen geeignet sind, um die Risiken zu beheben.
Ähnlich wie die OECD kommt auch eine Studie des Öko-Instituts zum
Ergebnis, dass eine qualitative Bewertung der Maßnahmenpläne der
Unternehmen bisher nicht möglich ist.

Reform als Chance

In Reaktion auf die externe, kritische Begutachtung will das
Textilbündnis nun den Review-Prozess optimieren. Die
zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen sehen in dieser
Reform Potenzial. Mit einer klaren Orientierung an den Empfehlungen
der OECD würde die internationale Ausrichtung des Bündnisses gestärkt
und Unternehmen müssten ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht
gemäß der UN-Leitprinzipien und der Leitlinien der OECD nachkommen.
Dazu gehört mehr Transparenz im Review-Verfahren. Die Standards der
OECD verlangen, dass Unternehmen öffentlich über identifizierte
Risiken in ihrer Lieferkette und entsprechend ergriffene Maßnahmen
sowie deren Wirksamkeit berichten.

Verbesserung braucht ambitionierte Inhalte

Bei der Neuausrichtung des Review Prozesses darf das Textilbündnis
nicht hinter den Konsens zu bisherigen verbindlichen Zielen
zurückfallen. So muss das Textilbündnis an dem Ziel festhalten, dass
bis 2020 mindestens 10% der von Mitgliedsunternehmen beschafften
Baumwolle Bio-zertifiziert ist. „Der gesetzte Fokus auf
existenzsichernde Löhne muss konsequenter von allen Unternehmen
aufgegriffen werden. Der fehlende Fortschritt bei diesem Thema ist
zurzeit frustrierend und die durch eine Bündnisinitiative geebnete
Chance, in Kambodscha etwas zu bewirken, wird nicht von allen
ergriffen“, meint Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. Eine stärkere
Kohärenz mit den Anforderungen der OECD bedeutet, dass Unternehmen
wesentliche Risiken in ihrer Lieferkette, wie geschlechtsspezifische
Gewalt am Arbeitsplatz und Gewerkschaftsfreiheit, erfassen und
effektiv beseitigen. „Dazu braucht es klare Vorgaben durch das
Textilbündnis, was von den Unternehmen zur Bekämpfung dieser
wichtigsten Arbeitsrechtsverletzungen im Textilsektor erwartet wird“,
betont Dr. Sabine Ferenschild vom Südwind Institut. Zuletzt wird aus
den bisherigen Entwicklungen im Textilbündnis deutlich, dass wichtige
Branchenansätze wie das Textilbündnis dringend durch gesetzliche
Regelungen ergänzt werden müssen. „Andernfalls bleibt der Fortschritt
zu langsam, da engagierte Unternehmen durch höhere Kosten vom Markt
bestraft werden, während Unternehmen, die nicht Mitglied im
Textilbündnis sind, keine Konsequenzen tragen müssen“, erläutert Dr.
Gisela Burckhardt von FEMNET.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine 2014 vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
ins Leben gerufene Initiative, welche das Ziel verfolgt, die soziale,
ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten
Textilkette kontinuierlich zu verbessern. Mehr unter:
https://www.textilbuendnis.com/. 18 Organisationen der
Zivilgesellschaft sind Mitglieder des Textilbündnisses, die von
folgenden drei NGOs im Steuerungskreis vertreten werden: FEMNET,
INKOTA-netzwerk, SÜDWIND Institut.

Pressekontakt:
Johannes Norpoth, Koordinator der zivilgesellschaftlichen
Mitgliedsorganisationen im Bündnis für nachhaltige Textilien,
koordination@nro-textilbuendnis.de, Tel. 0175-92 331 78

Original-Content von: Zivilgesellschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/130898/4310995

mein ausland: Blei im Blut – Sonntag, 28. Juli 2019, 21.45 Uhr

PHOENIX

Bonn (ots) – Wir benutzen täglich Dinge, die woanders produziert
wurden. Wir telefonieren mit dem Handy, trinken Wasser aus
Kupferrohr-Leitungen oder nutzen Windenergie von Windrädern. Die
Produktion all dieser Produkte werden riesige Mengen an Rohstoffen
benötigt, die in großem Ausmaß in Südamerika gefördert werden. Dinge,
die wir selbstverständlich nutzen, werden unter Bedingungen
produziert, die für Europäer unvorstellbar sind.

Lateinamerikas Politiker setzen noch immer auf ungebremstes
Wachstum durch Rohstoffexporte. Eine Politik, die mehr als 400 Jahre
in die Kolonialzeit zurückreicht. Die Kosten zahlen die Menschen, die
von den Folgen betroffen sind. Eine Mitschuld tragen auch wir
Europäer, die von den Rohstoffen aus Südamerika profitieren.

Etwa in Cerro de Pasco in Peru, wo die fatalen Folgen dieser
Rohstoffgier sichtbar werden. Cerro de Pasco gilt als eine der
dreckigsten Städte der Welt, weil es nah an einem gigantischen
Tagebau liegt – betrieben von dem Schweizer Unternehmen Glencore.
Hier wird Zink, Silber und Blei für den Weltmarkt gefördert. Wer in
Cerro de Pasco lebt, nimmt über das Leitungswasser Schwermetalle auf.
„Bei Blei, Kadmium, Kalium und Quecksilber messen wir erhöhte Werte.
Alle Einwohner liegen deutlich über den Grenzwerten der
Weltgesundheitsorganisation“, sagt Dr. Lanina vom Gesundheitszentrum
Cerro de Pasco. Auch bei den Kindern, wie der Grundschulleiter Walter
Titoal Toribio erzählt: „Wenn sie niesen, kommt häufig Blut aus der
Nase. Sie schaffen es nicht, über längere Zeit aufzupassen.“

Ähnlich schlimm sieht es in La Rinconada aus – einem
Goldschürfer-Nest auf gut 5.000 Meter Höhe. Hier suchen Menschen
sogar in einem Rinnsal aus Gletscherwasser und Urin nach dem
Edelmetall. La Rinconada hat vor mehr als zehn Jahren das Goldfieber
gepackt. Es ist wohl der einzige Grund dafür, warum die
Bevölkerungszahl des einstigen Anden-Dörfchens auf mehr als 50.000
explodiert ist. Das Gold wird per Kurier meist in die Schweiz
exportiert. Gleichzeitig ist La Rinconada selbst zu einer Müllkippe
verkommen. Müll und Dreck stapeln sich kilometerlang vor den Toren
des Städtchens.

In Brasilien hat die Gier nach Rohstoffen unlängst eine
Katastrophe ausgelöst. Das Land ist einer der wichtigsten Exporteure
von Eisenerz. In der Mine von Brumadinho brach im Januar 2019 ein
Rückhaltebecken mit giftigem Abräumschlamm und begrub mehr als 250
Menschen unter sich. Zuvor hatte der TÜV Süd das Staubecken als
sicher eingestuft. Dokumente belegen, dass der deutsche Zertifizierer
wohl auf Druck des Minenbetreibers Vale so handelte, damit der bei
hohen Eisenerz-Preisen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel
fördern konnte.

Dass sich etwas an diesen Praktiken ändert, ist nicht zu erwarten.
Schon 2015 hatte es ein ähnliches Unglück gegeben, härtere Gesetze
hatte das nicht zur Folge. Damals zahlten die Minenbetreiber noch
nicht mal die Strafen, die per Gericht gegen sie verhängt wurden. Und
auch der neue Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, setzt weiter auf
Deregulierung. Vor der Katastrophe wollte er die
Sicherheitskontrollen sogar den Minenbetreibern selbst überlassen.

In ganz Südamerika stehen die Zeichen auf einen ungebremsten
Rohstoffabbau – auch aus Gebieten, die bislang als weitgehend
unerschlossen galten. In Brasilien wird etwa für den Anbau von Soja
der Regenwald abgeholzt. Im peruanischen Amazonasgebiet will die
Regierung Perus ein bis dato unzugängliches Gebiet wirtschaftlich
stärker erschließen. Eine chinesische Firma soll Amazonas-Zuflüsse so
tief ausbaggern, dass große Container-Schiffe ganzjährig fahren
können. Die Vertiefung ist hochumstritten – vor allem indigene
Gruppen wehren sich.

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phoenix-Kommunikation
Pressestelle
Telefon: 0228 / 9584 192
Fax: 0228 / 9584 198
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