WDR-Untersuchung deckt auf: Resistente Keime in der Ruhr

WDR Westdeutscher Rundfunk

Köln (ots) – ~Eine Testreihe, die das WDR Studio Essen in Auftrag
gegeben hat, hat resistente Keime in der Ruhr und einem ihrer
Zuflüsse nachgewiesen. In den meisten Proben sind Keime aufgetaucht,
gegen die mehrere Antibiotika wirkungslos sind. Dabei handelt es sich
zum Teil um einfache Antibiotika, wie Hausärzte sie verschreiben,
aber auch um spezielle Notfall-Antibiotika. Mikrobiologen vom
Hygiene-Institut der Ruhr-Universität Bochum haben den Wassertest im
Auftrag des WDR durchgeführt. Mediziner stufen zwei der gefundenen
Erreger als problematisch ein, weil sie resistent sind und Menschen
krank machen können. Sie sind resistent gegen Antibiotika, die auf
Intensivstationen eingesetzt werden, wenn andere Arzneimittel bereits
versagt haben. Die sechs untersuchten Proben stammen aus einem
Zufluss der Ruhr sowie aus dem Kemnader See bei Bochum und dem
Essener Baldeneysee. Dort ist seit vergangenem Jahr das Baden an
einer Stelle wieder erlaubt. Woher die Keime stammen, ist nicht klar.
Mikrobiologen vermuten, dass sie aus Krankenhausabwässern,
Kläranlagen oder der Landwirtschaft stammen. Mediziner gehen davon
aus, dass solche resistenten Keime in Gewässern für gesunde Menschen
kein Risiko darstellen, für immungeschwächte Menschen aber gefährlich
werden können. Mediziner der Essener Uni-Klinik sehen das Risiko,
dass die Bakterien weitergetragen und etwa in Kliniken eingeschleppt
werden können. Die Forschung in diesem Bereich steht erst am Anfang.
Wie gefährlich solche Erreger in der Umwelt sind – zum Beispiel an
belasteten Badeseen – ist noch weitgehend unerforscht. WDR Fernsehen,
u.a. in der Lokalzeit Ruhr (19.30 Uhr), auf WDR 2 und wdr.de.~

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