Termine platzen, Transportkosten steigen: Staus und Geisterbaustellen legen Transportbranche lahm (FOTO)

Die Transportbotschafter e.V.

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Erkrath (ots) –

– 20 Prozent der Staus werden durch Baustellen verursacht
– 5.000 Straßen- und 1.000 Eisenbahnbrücken sind dringend
sanierungsbedürftig
– Geisterbaustellen, um Vertragsstrafen zu entgehen

Der Verein „Die Transportbotschafter“ hat sich des Themas Baustellen auf
deutschen Autobahnen angenommen, um darauf aufmerksam zu machen, unter welchen
Problemen die Logistikwirtschaft seit Jahren leidet. Alleine im November gab es
deutschlandweit 517 Autobahnbaustellen – 37 mehr als im Vorjahresmonat,
informiert der Verein auf Basis der Erhebungen des Automobilclubs ADAC. Die am
stärksten beeinträchtigte Autobahn ist derzeit die A7.

Hinzu kommt, dass 5.000 Brücken auf dem Fernstraßennetz dringend
sanierungsbedürftig sind. „Das macht allen Verkehrsteilnehmern zu schaffen,
besonders aber der Transportbranche, die täglich Termine und Lieferfristen
halten muss“, sagt Transportbotschafter Jens Thiermann, Vorsitzender des
Vereins. „Transportunternehmen verplempern täglich nicht nur kostbare Zeit und
Sprit, auch der Fahrzeugverschleiß steigt“, betont Thiermann.

Alleine im Nadelöhr Hamburg stehen täglich etwa 18.000 Fahrzeuge im Stau. „Eine
Stunde hin und zurück kostet unsere Unternehmer pro Fahrzeug zusätzlich 200
Euro“, sagt Thomas Rackow Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Logistik
Schleswig-Holstein.

Direkt betroffen sind auch die Berufskraftfahrer. Nicht nur, dass sie täglich
dem Risiko ausgesetzt sind, staubedingt ihre Lenkzeit zu überziehen. Wer nicht
jeden Stau auf dem Ausdruck seines Fahrtenschreibers akribisch dokumentiert, den
bittet der Staat am Ende auch noch zur Kasse und lässt ihn für seine eigenen
Versäumnisse zahlen. Für die meisten Fahrer vergeht inzwischen kein Tag mehr
ohne Stau.

Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt aufs Jahr gerechnet rund 15 Mrd. Euro“

Verkehrsexperte Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen
geht davon aus, dass 20 Prozent der Staus in Deutschland durch Baustellen
verursacht werden. „Der dadurch entstehende volkswirtschaftliche Schaden beträgt
aufs Jahr gerechnet rund 15 Mrd. Euro“, konstatiert er. Ein großes Ärgernis
stellen ihm zufolge die sogenannten Geisterbaustellen dar. „Um keine
Vertragsstrafen zu kassieren, richten Bauunternehmen häufig Baustellen ein,
gearbeitet wird dort aufgrund von Arbeitskräftemangel aber dann wochenlang
nicht“, stellt er fest. Staus in Geisterbaustellen sind unnötig und vermeidbar.

Zwar investiert der Bund gerade massiv in die Verkehrsinfrastruktur, zahllose
Baustellen sind aber die Folge. Transportunternehmen leiden doppelt. Ist die im
Baustellenstau verbrachte Zeit zu lang, müssen Fahrer eine Pause oder
Tagesruhezeit einlegen – häufig auf einem der total überfüllten Rastplätze. Laut
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen derzeit
deutschlandweit rund 40.000 Lkw-Stellplätze. „Mitunter platzen Termine und die
Transportunternehmer bekommen Probleme mit ihren Auftraggebern“, stellt Prof.
Dr. Engelhardt, Vorstandssprecher des BGL, fest.

Doch einfach auf die Schiene ausweichen, geht seiner Meinung nach auch nicht.
Denn das Gleisnetz ist ebenfalls marode und wird derzeit aufwendig saniert. Die
Folge sind auch hier zahlreiche Baustellen mit daraus folgenden
Kapazitätsverlusten und Pünktlichkeitsproblemen. „Der Lkw wird in Deutschland
immer als Stauverursacher Nummer Eins stigmatisiert, dabei sind
Transportunternehmer die größten Leidtragenden der aktuellen Baustellenwut in
Deutschland“, sagt Transportbotschafter Thiermann.

Weitere Infos unter www.transportbotschafter.de

Umfassender Pressebericht unter: http://ots.de/oI9f3j

Pressekontakt:
Die Transportbotschafter e.V.“
Annika Reisch
Tel.: 0211 – 88 26 41 01
annika@transportbotschafter.de

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OTS: Die Transportbotschafter e.V.

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