terre des hommes kritisiert neues Textilsiegel / »Grüner Knopf« greift zu kurz

terre des hommes Deutschland e.V.

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Osnabrück (ots) – Das von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
heute in Berlin vorgestellte neue Textilsiegel »Grüner Knopf« greift
nach Auffassung von terre des hommes zu kurz. Der »Grüne Knopf« soll
sozial und nachhaltig hergestellte Kleidung und Heimtextilien
auszeichnen.

»Das neue Siegel kann nur sehr begrenzt aussagefähig sein, da es
lediglich die letzte Stufe der Lieferkette in den Blick nimmt, die
Konfektionierung«, erklärte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von
terre des hommes. »Das Problem sind jedoch die oft ausbeuterischen
Produktionsschritte davor, nämlich Kinderarbeit im Baumwollanbau,
Sklaverei in Spinnereien oder Umweltverschmutzung durch aggressive
Chemikalien beim Färben. Wie und wann der Grüne Knopf auch diese
Produktionsstufen siegelt, ist unklar.«

Zudem ist der »Grüne Knopf« ein sogenanntes Metasiegel, das auf
bereits bestehenden Siegeln aufbaut. Es wird zusätzlich vergeben,
wenn Produkte bereits mit einem Sozial- oder Umweltsiegel versehen
sind. Ob eine relevante Anzahl von Handelsunternehmen den Grünen
Knopf einführt, bleibt abzuwarten.

Der »Grüne Knopf« dient der Orientierung der Verbraucher, erfasst
damit aber nur einen Teil des Problems. »Wir sehen großen
Handlungsbedarf für die Umsetzung von Kinder- und Menschenrechten in
der Textilindustrie. Gesetzlich festgelegte Standards für faire
Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette, die für alle
Unternehmen verbindlich sind, würden unmittelbar Wirkung zeigen und
wären demnach deutlich erfolgversprechender als das neue Siegel«, so
Albert Recknagel.

Pressekontakt:
Für Rückfragen und Interviews: Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher,
Telefon 05 41 / 71 01-158, Mail: c.ramm@tdh.de
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