ZDF.reportage: Dauerbaustelle Handwerk – Fachleute dringend gesucht (FOTO)

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Mainz (ots) –

Ob Elektriker, Maler oder Dachdecker – wer einen Handwerker
braucht, muss sich in Geduld üben. Kunden werden wochen- und
monatelang vertröstet, weil die Betriebe keine Fachleute finden. Die
„ZDF.reportage: Dauerbaustelle Handwerk – Fachleute dringend gesucht“
schildert am Sonntag, 15. September 2019, 18.00 Uhr im ZDF, die
Situation am Beispiel von vier Handwerksbetrieben. Der Film von David
Gern ist ab Freitag, 13. September 2019, 8.00 Uhr, in der
ZDFmediathek verfügbar.

Dachdecker-Meisterin Caroline P. hat nur noch einen Mitarbeiter,
aber einen Großauftrag, an dem eigentlich vier Leute arbeiten
müssten. Was die Dachdecker-Meisterin erlebt, macht
Handwerksbetrieben deutschlandweit zu schaffen: Nach der Statistik
der Bundesagentur für Arbeit gab es Ende 2017 im Handwerk 150.000
gemeldete offene Stellen. Experten gehen sogar von bis zu 250.000
fehlenden Fachkräften im Handwerk aus. Darunter leiden alle: die
Betriebe, die überlastet sind und nicht mehr wachsen können, und die
Kunden, die häufig bis zu elf Wochen warten müssen, bis es auf ihren
Baustellen weitergeht.

Karosseriebauer Sitgi Özdemir hat vor 22 Jahren seinen eigenen
Handwerksbetrieb gegründet. Mit zwei Gesellen „schrubbt“ er derzeit
seine Aufträge ab – und ist bei der Arbeitsüberlastung froh,
wenigstens noch einen afghanischen Azubi zu haben. Doch das löst noch
nicht die Probleme des Unternehmens: Özdemir macht sich Sorgen um
seine Nachfolge. Etwa ein Fünftel aller deutschen Handwerksbetriebe,
zirka 200.000 Unternehmen, steht in den nächsten Jahren vor der
Übergabe. Für viele dieser Betriebe gibt es niemanden, der das
Unternehmen fortführen kann.

Früher übernahmen im Handwerk meist die Kinder den Betrieb der
Eltern. So war es auch bei Schmied Raymund K. aus Teltow geplant.
Doch ein Unfall seines Sohnes machte diese Pläne zunichte. Heute ist
der 76-jährige Raymund K. meist allein in seiner Werkstatt und
erledigt die Arbeiten, die er sich noch zutraut. Einen Nachfolger
konnte er bisher nicht finden – und fürchtet, dass mit ihm wohl auch
das Schmiedehandwerk in der Region sterben wird.

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