Zwischendurch aufladen: Region Stuttgart entwickelt innerstädtisches Schnellladenetz für Elektroautos

Verband Region Stuttgart

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Stuttgart (ots) – Schnellladesäulen sollen in der Region innerhalb
von zehn Minuten erreichbar sein – ein Masterplan identifiziert gut
nachgefragte innerstädtische Standorte.

Die Region Stuttgart ist Spitzenreiter, wenn es um elektrische
Mobilität geht. So kommen auf drei Prozent der Einwohner
Deutschlands, sieben Prozent der bundesweit zugelassenen
Elektrofahrzeuge. Um die Elektro- und nachhaltige Mobilität
voranzutreiben, fördert die Region Stuttgart diverse Pilotprojekte.
Dazu zählen insbesondere Projekte der nachhaltigen Mobilität, welche
die Förderprogramme von Bund und Land Gewinn bringend komplettieren.
Im heutigen Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung
des Verbands Region Stuttgart wurde darüber berichtet.

Für elektrisch betriebene Fahrzeuge gibt es in der Region
Stuttgart aktuell bereits an 586 Standorten 1431 Ladepunkte. Was
bislang noch fehlt ist eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur
sowie Ladekapazitäten im halböffentlichen Raum. Beides ist notwendig,
um für E-Fahrer verlässliche Lademöglichkeiten zu schaffen. Hier
setzt zum einen das Forschungsprojekt LINOx Baden-Württemberg an, an
dem der Verband Region Stuttgart beteiligt ist und dafür Bundesmittel
erhält. Es fördert gezielt den Ausbau von Ladesäulen in Tiefgaragen,
auf Supermarkt- oder auf Firmenparkplätzen. Zum anderen arbeitet der
Verband mit einem Masterplan an der vollflächigen Versorgung mit
Schnellladeinfrastrukturen innerhalb der Region.

Masterplan Schnellladeinfrastruktur

Die Region Stuttgart hat bundesweit eine Vorreiterrolle als
Elektromobilitätsregion, die es weiter auszubauen gilt. „Ziel ist
es“, betonte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling,
„Alltagstauglichkeit der Elektromobilität zu erreichen. Dafür ist die
verlässliche Verfügbarkeit von Schnellladesäulen essentiell.“ Diese
können elektrisch betriebene Fahrzeuge innerhalb von 30 bis 60
Minuten vollständig aufladen. In enger Abstimmung mit der
Wirtschaftsförderung Region Stuttgart soll das Angebot
weiterentwickelt werden. Der hierfür erarbeiteter Masterplan zielt
auf den Ausbau von Schnellladestationen fernab von Bundesautobahnen
und Fernstraßen (via Tank & Rast). Zur Verbesserung der
Alltagstauglichkeit stehen dabei innerstädtische Standorte im Fokus.
So soll es in der Region Stuttgart möglich sein, innerhalb von zehn
Minuten die nächste Schnelllademöglichkeit zu erreichen. Der
Masterplan hat hierzu 58 potenzielle Standorte für Schnelllader
identifiziert. In der Region wurden zwischenzeitlich bereits an 33
Standorten 65 Schnelllader eingerichtet. In einem weiteren Schritt
werden geeignete Stellen gesucht, die ohne Umwege rasch anfahrbar
sind und bei denen bei einer kurzen Fahrtunterbrechung aufgeladen
werden kann, also Stellen mit hohem Durchgangsverkehr und einem
attraktiven Kurz-Aufhalteort wie beispielsweise einem Café. 152
potenzielle Standorte in 25 Städten und Gemeinden kommen hierfür in
Frage, die mit Investoren, Herstellern und Betreibern umsetzt werden
sollen.

Herausforderung Stromnetz

Eine wesentliche Herausforderung liegt dabei im Stromnetz und ganz
speziell bei vielen zeitgleich stattfindenden Ladevorgängen in einem
Straßenzug. Derzeit findet dazu ein Modellversuch in Ostfildern-Ruit
statt, worüber Eric Junge von der EnBW Tochter Netze BW im Ausschuss
berichtete.

Nachhaltige Mobilität

Das regionale Kofinanzierungsprogramm „Modellregion für
nachhaltige Mobilität“ leistet seit Jahren Pionierarbeit. Von 2012
bis 2015 wurden 24 Projekte verschiedenster Art bezuschusst. Dazu
zählen insbesondere Mobilitätspunkte, an denen Stellplätze für
Ladeinfrastrukturen eingerichtet Pedelec-Verleihstationen betrieben
werden sowie teilweise E-Carsharing angeboten wird. Zudem können die
Kommunen zum Ausbau von P+R Standorten zusätzlich zur Landesförderung
Regionalmittel in gleicher Höhe erhalten. Für bestehende P+R Plätze
bietet der Verband unter bestimmten Voraussetzungen eine
Einnahmegarantie pro Stellplatz.

Der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region
Stuttgart führen regelmäßig Informationsveranstaltungen und Kongresse
für Städte und Gemeinden sowie weitere Akteure durch. Ziel ist es,
potenzielle Antragsteller über bestehende Fördermöglichkeiten seitens
der Region, des Landes und des Bundes zu informieren und beim Aufbau
elektrischer Ladeinfrastruktur zu beraten. Eine regionale
Mobilitätsagentur könnten diese Beratung und Information dauerhaft
übernehmen und mit einer regionale Verkehrsmanagementzentrale
vereinen.

Stimmen aus den Fraktionen

Dr. Cleo Becker (Grüne) wies darauf hin, dass das Thema der
Steigerung der Anzahl und Förderung von E-Fahrzeugen bei Handwerk und
Gewerbe noch nicht ausreichend beleuchtet worden sei. Hier sollte
auch die Möglichkeit einer Kooperation mit der IHK geprüft werden.
Albrecht Braun (FDP) wünschte sich einen regelmäßigen, am besten
jährlichen Bericht über die Entwicklung der E-Mobilität in der
Region, um die Fortschritte nachvollziehen zu können. Dr. Jürgen
Zieger (SPD) betonte, dass auch andere Modelle neben der E-Mobilität
im Sinne einer grundlegend anderen Mobilität verfolgt werden sollten.
„Wir müssen schauen, was Förderprogramme bewirken können und was eben
auch nicht.“ Andreas Koch (CDU) stellte fest: „Wir liegen noch weit
hinter den Erwartungen zurück, die vor einigen Jahren in der Politik
formuliert wurden. Daher sollten neben dem Diesel als
Übergangstechnologie auch Alternativen wie synthetische
Antriebsstoffe oder Wasserstoffantriebe weiterverfolgt werden. Auch
rechtliche Fragen beispielsweise bei der Einrichtung von Ladestellen
in Wohnungseigentümergemeinschaften seien noch eine Herausforderung.
Gerd Maisch (Freie Wähler) betonte: „Die EnBW ist ein großer Player,
aber nicht der einzige.“ Es sei aber wichtig, einen Gesamtüberblick
über alle Anbieter zu erhalten. Peter Rauscher (Linke) kritisierte,
dass es keinen einheitlichen Überblick über die Ladeinfrastruktur in
Deutschland und in der Region gebe, nicht zuletzt auch für den
Kunden. Ulrich Deuschle (Gruppe Innovative Politik) sagte, dass die
Ökobilanz der E-Mobilität aufgrund des problematischen Abbaus
seltener Erden in Entwicklungsländern insgesamt hinterfragt werden
müsse.

Pressekontakt:
Alexandra Aufmuth
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecherin Verband Region Stuttgart
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